Wenn unser Bundesminister Cem Özdemir heute Bayern besucht, wird es erneut um die Themen Landwirtschaft und Ernährung gehen. So war es auch am 17. Juli im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, als Staatsministerin Michaela Kaniber ihren Agrarbericht 2022 vorstellte. Aber wie der Ausschussname schon sagt, gehört der Bereich „Forsten“ aber ebenfalls zur Agrarwirtschaft, auch wenn der Wald angesichts der verheerenden Folgen des russischen Ukrainekriegs für die Welternährung momentan nicht im Fokus steht. Verständlich, aber ein bisschen kurz gedacht, bedenkt man die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für das Klima und damit auch wieder für reiche Ernten.

Jedenfalls gibt es auch im neuen Agrarbericht wieder ein Kapitel „Wald, Forstwirtschaft, Jagd“. Die erfreulichste Meldung: Das Förderprogramm Holzbau. Das Förderprogramm ist gut, aber die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt, nämlich das Programm über den 31.12.2022 hinaus zu verstetigen! Das Einlagern von CO2 über den Holzbau ist höchst klimawirksam und muss deshalb weiterverfolgt werden. Genauso sollten wir Konkurrenzsituation mit Förderprogrammen für herkömmliche Massivbauweisen im Auge behalten werden.

Richtig wichtig für die natürliche Waldverjüngung ist der Eichelhäher, weil er die Eicheln im Wald kostenlos verbreitet und damit die Saat für neue Eichen legt. Mir ist es deshalb ein Rätsel, warum in Bayern laut Bericht immer noch 13.000 Eichelhäher pro Jahr erlegt werden (dürfen). Das sind 13.000 Tiere zu viel, weil uns Zeit und Kosten für den klimaangepassten Waldumbau ohnehin davonlaufen.

Den Bayerischen Agrarbericht 2022 gibt es online hier