Zusammen mit meinem Landtagskollegen Johannes Becher war ich kürzlich bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. Neben Dr. Peter Pröbstle, dem Leiter der LWF, waren von der Landesanstalt auch die beiden Abteilungsleiter Dr. Hans-Joachim Klemmt und Alois Zollner sowie die Projektbearbeitenden Kristine Mayerhofer (Schwerpunkt Fernerkundung) und Martin Riebler (Schwerpunkt Energieholz) dabei. Sie gewährten uns interessante Einblicke in ihre aktuellen Forschungen rund um das Thema Wald und Forstwirtschaft.


Von links: Gerhard Waas, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, Wald und Ländliche Entwicklung B`90/DIE GRÜNEN, Regina Reiter, parlamentarische Beraterin unserer Fraktion für Landwirtschaft, Ernährung, Wald und Jagd, sowie mein Landtagskollege Johannes Becher, Betreuungsabgeordneter für Freising. Und ganz rechts: Dr. Peter Pröbstle, Leiter der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Ob Klima, Naturschutz, Jagd, Waldpädagogik, Forstpolitik, Waldbau oder Betriebswirtschaft, die Forschungspalette der Freisinger LWF ist breit gefächert, erläuterte Dr. Pröbstle. Die Vereinigung der LWF, der TU München und der Hochschule Weihenstephan im „Zentrum Wald, Forst, Holz“ auf einem Campus sei europaweit einzigartig. „Wir tauschen uns regelmäßig aus und arbeiten intensiv in gemeinsamen Projekten zusammen.“

Neben langfristig angelegten Forschungsvorhaben, etwa an den bayerischen Waldklimastationen, versuchen die Wissenschaftler*innen immer auch, schnellstmöglich auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren, insbesondere die sich häufenden Schadereignisse aufgrund des Klimawandels. Doch so wichtig es ist, in solchen Fällen zeitnah die benötigten Daten und Informationen bereitzustellen, so knapp ist leider das Personal der LWF im Vergleich zu anderen Landesanstalten.

Egal ob Luftbild oder Satellitendaten, moderne Fernerkundungstechniken liefern wertvolle Informationen und sind gerade bei den sich häufenden Katastrophen im Wald (Insektenkalamitäten, Sturmwürfe etc.) extrem wichtig.

In fünf Projekten beschäftigt sich die LWF auch intensiv mit der Situation des Schalenwilds. Aufgrund der Einzigartigkeit der Forschungsergebnisse in Europa muss die Schalenwildforschung auch in Zukunft weitergeführt werden. Dass dafür nur zwei Wissenschafler*innen eingestellt werden konnten, wird der Bedeutung des Themas nicht gerecht.

Selbst wenn wir alle Laubholzkronen und waldschutzunschädlichen Fichtengiebel in den Beständen belassen, kann die Energieholznachfrage in Bayern bedient werden. Ein pauschales Verbot zur Laubholzkronenholznutzung ist sicherlich nicht zielführend. Allerdings: Der Vorwurf, die Bevölkerung würde bei weniger Energieholzbereitstellung quasi erfrieren, wird so entkräftet.

Mein Fazit: Die LWF leistet hervorragende Forschungsarbeit für die Forstpraxis und die Gesellschaft. Informationen werden stets objektiv und überprüfbar generiert und weitergegeben. Personal und Projektmittel der LWF müssen deutlich verstärkt werden. Ich finde, hier muss die Staatsregierung dringend nachbessern, damit Bayern seine europaweite Spitzenposition als forstlicher Forschungsstandort auch zukünftig halten kann.