Die Greif-Gruppe ist ein in 4. Generation familiengeführtes Textilservice-Unternehmen, das heuer 100 Jahre alt wird. Spezialisiert auf Hotellerie und Gastronomie, betreibt das Unternehmen Großwäschereien und Textilmietsysteme in ganz Deutschland. Zusammen mit meinem Landtagskollegen, Benjamin Adjei, besuchte ich nun die Niederlassung in Wolfratshausen und führte ein Gespräch mit den Brüdern Martin und Markus Greif sowie dem Geschäftsführer der Greif-Gruppe Süd, Helmut Börner, und dem Wolfratshauser Betriebsleiter Peter Öhlschläger.

Bei der Führung durch den Betrieb: Ganz links steht MdL Benni Adjei, daneben die Firmeninhaber Martin und Markus Greif und rechts von mir Betriebsleiter Peter Öhlschläger

Die Inhaber der Firma Greif GmbH und Co KG in Augsburg hatten mir in einem Brief ihre große Sorge geschildert, dass die Gasversorgung in Deutschland infolge des Ukrainekriegs rationalisiert und ihre Wäscherei-Betriebe von der Gas-Lieferung ausgeschlossen werden könnten. Mit weitreichende Folgen: Denn jedes 3. Hotel in München wird zum Beipsiel von Greif mit sauberer Wäsche versorgt, aber auch Krankenhäuser, Rettungsdienste und andere „systemrelevante“ Organisationen aus Medizin und Pflege, berichteten die Unternehmer. Bis zur Corona-Krise waren rund 1.500 Mitarbeitende beschäftigt, aktuell seien es rund 1.200, davon 200 am Standort Wolfratshausen.

Obwohl die Schließung von Hotels und Gaststätten im Frühjahr 2020 zu einem dramatischen Umsatzeinbruch auch bei der Textilreinigung führte, konnte sich das Unternehmen mittels staatlicher Unterstützung und Kurzarbeit, aber auch dank „Fleiß, Mut und Zusammenhalt“ des Teams wieder stabilisieren. Nun jedoch bedrohe die Gas-Krise infolge des Ukraine-Kriegs das Unternehmen in seiner Existenz, schilderte Geschäftsführer Martin Greif eindrucksvoll. Rund 30 Prozent Steigerung bei den Stromkosten, 60 Prozent bei den LKW-Diesel-Kosten und 270 Prozent bei den Gaskosten hätten bereits zwei Preisanpassungen innerhalb eines halben Jahres erfordert. Dennoch versuche man, den „Greif-Dreiklang“ aus Mitarbeiter*innen-Interessen, Kunden-/Lieferant*inneninteressen und eigenen betriebswirtschaftlichen Interessen aufrechtzuerhalten und nicht jede Preissteigerung durchzureichen.

Markus Greif erläutert uns die elektronische Steuerung von Industrie-Waschmaschinen, -Trocknern und Mangelmaschinen.

Ein plötzlicher Gas-Stopp würde allerdings das Aus für die direkt oder indirekt mit Gas befeuerten Waschmaschinen und Trockner des Unternehmens bedeuten. „Ohne saubere Wäsche kein Hotelurlaub, aber auch keine Operation und kein Klinikaufenthalt,“ so das Fazit der Verantwortlichen. Folge dessen forderten sie, dass in dem von der Bundesregierung erarbeiteten Gas-Notfallplan auch die Textilreinigung berücksichtigt bzw. dass die Branche im Falle einer Gas-Rationalisierung weiter beliefert würde.

Ferner wünschten sich die Mittelständler Unterstützung und klare politische Vorgaben bei der Umstellung auf erneuerbare Energieträger und Ersatztechnologien, um Planungssicherheit zu bekommen. Ich kann sie da voll und ganz unterstützen. Die Umstellung auf regenerative Energien hätte schon viel früher und konsequenter erfolgen sollen, dann stünden wir heute nicht so unter Druck.