Gisela Sengl, Dr. Sebastian Paar, Hans Urban, Bernd Meier und Markus Ruf (v.li.) am FBZ in der Laubau. (Fotos: Büro Urban)

Zusammen mit meiner Kollegin Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin, war ich am Montag, 21. Februar, als erste Station meiner Bayerntour 2022 „Zukunft im Wald“ zu Gast im Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) in der Laubau bei Ruhpolding.

Uns erwartete nochmal richtig Winter in dem engen Tal kurz vor der Grenze zu Österreich. Umso angenehmer, dass sich der Leiter des FBZ, Dr. Sebastian Paar, und sein Stellvertreter Bernd Meier für uns ein ganz besonderes Besuchsprogramm – im Warmen! – überlegt hatten. Wir konnten aus dem Seminarraum live verfolgen, wie Arbeitslehrer Markus Ruf in Forstwirtschaftsmeister Günter Domes eine Akkumotorsäge auf ihre Handhabung testeten. Per selbstgebastelter Internetverbindung nahmen sie uns mit in den Wald ein paar Höhenmeter oberhalb des Bildungszentrums – und gaben uns so auch gleich einen Einblick in ihr Live-Lehrgang-System „TOLL“. „TOLL“ steht für „Training online live aus der Laubau“ und erlaubt es den Verantwortlichen, interaktive Live-Lehrgänge innerhalb der BaySF anzubieten. Gerade in Zeiten von Corona war das natürlich ein immenser Vorteil.

Wer mich kennt, weiß aber natürlich auch, dass es mich nicht lange in der warmen Stube gehalten hat, sondern wir auf meinen Wunsch die beiden Forstwirte anschließend auch noch draußen im Wald besucht haben. So konnte ich mich über den Prototyp einer Akkusäge informieren und vor Ort anschauen, wie die von Ruf selbst entwickelte Sendestation im Wald funktioniert und wie so eine Regiekammer in der Laubau aussieht. Hier ein paar Eindrücke:

Günter Domes beim Schnitt.

Besonders interessiert hat mich bei diesem Besuch die Frage nach der Aus- und Weiterbildung der Forstwirtinnen und Forstwirte, die im FBZ unter der Leitung von Dr. Sebastian Paar stattfindet. In ein paar Jahren werden wir ein echtes Problem durch den Mangel an Fachpersonal im Wald haben. Umso wichtiger ist es, dass dem forstlichen Nachwuchs in Bildungszentren wie hier in der Laubau mit Motivation und Verve Wissen und Geschick vermittelt werden, das es braucht, um unsere Wälder für Morgen zu rüsten.

Paar und Meier erklärten uns im Gespräch, wie sich die BaySF und die überbetriebliche Schule in der Laubau für die Zukunft aufstellen. Mit dem Bereichsleiter Personal der BaySF in Regensburg, Christoph Baudisch, konnten wir uns online austauschen. Er bestätigte, dass die BaySF sich um eine gesunde Altersstruktur im Unternehmen bemühen müssen. Der Personalmangel vor allem bei den Forstwirt*innen werde in wenigen Jahren große Herausforderungen bringen. Das Unternehmen nimmt deshalb eine Zielmarke ins Visier: Die Ausbildungsbetriebe sollen von aktuell 23 auf 28 anwachsen, anstatt 60 Einstellungen im Jahr sollen es künftig 100 sein. Auch stellen sich die Verantwortlichen hier die Frage, wie der Beruf der Forstwirtin für Frauen attraktiver gestaltet werden kann.

Besonders begeisterten mich die innovativen Ansätzen, die in der Laubau durch Paar und Meier sowie Lehrmeister Markus Ruf angegangen werden. So überträgt das FBZ nicht nur Lehrgänge live aus dem Wald. Hier finden Versuche mit der neuesten Akkutechnologie statt, Lastdrohnen bringen Pflanzmaterial in Hanglagen und vieles mehr. Paar brachte die Philosophie des Hauses auf den Punkt: „Wir wollen die Zukunft gestalten mit den Leuten zusammen, die zu uns zur Aus- und Weiterbildung kommen. Sie sollen ihre Aufgabe mit Begeisterung anpacken, das soll kein Muss sondern ein Wollen sein!“

Hintergrund: Der Besuch fand im Rahmen der Bayerntour „Zukunft im Wald“ statt. Im Lauf des Jahres 2022 legt Urban hierauf den Schwerpunkt seiner Besuchstermine in ganz Bayern. Der Landtagsabgeordnete will zeigen, wie wir heute den Wald von Morgen gestalten. Indem er Menschen trifft, deren Zukunft im Wald liegt, wie Waldarbeiter*innen oder Förster*innen in Ausbildung. Indem er mit Wissenschaftler*innen spricht, die über den Wald der Zukunft forschen. Indem er fragt, welche Baumarten wir künftig in unsere Wälder mischen werden, wie sich Waldbesitzervereinigungen für die Zukunft aufstellen, welchen Beitrag die Jagd für eine gesunde Zukunft unserer Wälder leistet, und vieles mehr.