Ich habe den Dezember unter anderem dafür genutzt, mich mit Michael Lechner, Grünen-Gemeinderat aus Brunnthal, Forstwirt und Wirtschaftsingenieur, zu treffen, der einen Holzhandel und ein mobiles Sägewerk betreibt.  

Hans Urban und Michael Lechner (v.li.) mit einer Douglasie.

Wir waren zusammen unterwegs in den Wäldern südlich von München und haben uns dort auf die Suche nach Baumgiganten gemacht. Denn die gibt es auch bei uns: beeindruckende mehrere hundert Jahre alte dicke Buchen, Tannen, Lärchen und Fichten, die als Samenbäume die nächsten Baumgenerationen kostenlos liefern.

Wir finden aber auch besondere Baumriesen: Nordamerikanische Douglasien, die zwar „nur“ 150 Jahre alt, aber über 50 Meter hoch und mehr als 16 Festmeter schwer sind, beeindruckende Holzlieferanten. Damals gepflanzt, ergänzen sie nun die Naturverjüngung.

Dass diese Bäume sich auch im Münchner Süden so gut entwickelt haben, zeigt, wenn die Bedingungen stimmen, kann die ursprünglich nordamerikanische Douglasie Enormes leisten.  Das Holz der Douglasie kann alternativ zu Fichte und Kiefer im Holzbaubereich eingesetzt werden, ist vielseitig im Innen- und Außenbereich verwendbar.

Allerdings gibt es bei allen wirtschaftlichen Vorteilen auch Nachteile, die nicht verschwiegen werden dürfen. Unter anderem weisen Douglasienbestände eine geringe Artenvielfalt auf und in den wärmeren Regionen Bayerns leiden auch sie unter Trockenstress. Sie wird uns also sicherlich nicht unsere heimische Tanne ersetzen, das ist auch gar nicht das Ziel eines ökologischen Waldbaus, wie wir Grüne ihn anstreben. Aber sie kann in bemessenem Umfang ergänzend für einen gelungenen Waldumbau hin zum klimastabilen Mischwald sein und die Nadelholzpalette im Baubereich erweitern.