Christine Mair, Prof. Dr. Wolfgang Goymann, Jakob Koch und Hubert Oberhauser (v.l.n.r).

Einen großen Erfolg konnten wir Grüne zusammen mit den Freien Wählern kürzlich im Kreistag verzeichnen. Wir haben beantragt, dass sich der Landkreis für die schnelle Verwirklichung eines durchgehenden Radweges entlang der Staatsstraße St2072 zwischen Geretsried und Bad Tölz einsetzen solle. Unserem Antrag hat der Ausschuss für Umwelt, Infrastruktur und Tourismus einstimmig mit 13:0 zugestimmt. Damit haben wir einen ersten großen Schritt zur Verbesserung des Alltagsradwegenetzes im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf den Weg gebracht.

Wir sind davon überzeugt, dass Autofahrer*innen nur dann zum Umstieg auf das Fahrrad bereit sind, wenn ihnen attraktiven Radwege für die täglichen Strecken zur Arbeit, zum Bäcker, zum Arzt zur Verfügung stehen. Radfahren muss bequem und sicher sein, damit das Auto öfter stehen gelassen wird.

In der Energie- und CO2-Bilanz des Landkreises macht der CO2-Ausstoß des Verkehrs mittlerweile rund 40% des Gesamtausstoßes aus, mit wachsender Tendenz! Es ist also unbedingt geboten, an alle Verkehrsbereiche zu denken und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine Wende einzuleiten für das Erreichen unseres Klimaziels 2035. Allein die Umsetzung des Nahverkehrsplans wird dafür nicht genügen. Es braucht diverse und umfangreiche Maßnahmen.

Das Konzept des Planungsbüros „topplan“, das sich unserem Alltagsradwegenetz annimmt, sieht Wunschlinien und Anschlussstrecken in der Menge von 157,6 Kilometern vor. In anderen Worten heißt das, ein Drittel des Alltagsradnetzes in unserem Landkreis fehlt noch.

Viel Arbeit also, weshalb es gilt zu priorisieren. Wir alle wissen um das altbekannte Problem der Lücken im Radweg an der Staatsstraße 2072 zwischen Geretsried und Bad Tölz. Diese Lücken müssen wir dringend als erstes schließen. Erst dann ist eine echte Radwegeverbindung zwischen Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz gegeben, die so angenehm zu befahren ist, dass sie zu einer Alternative für die Bürgerinnen und Bürger wird.

Hubert Oberhauser (Freie Wähler) sagte am Dienstag, 7. Dezember, in der Debatte im Ausschuss: „Als Bürgermeister habe ich viele Erfahrungen gemacht, wie anspruchsvoll es sein kann einen Radweg zu schaffen. Umso wichtiger ist es für mich, diesem Antrag zuzustimmen, damit die Kreispolitik einen klaren Auftrag und Fokus hat.“

Jakob Koch (Bündnis 90 / Die Grünen) fügte an: „Wir müssen die kommunalpolitische Kraft bündeln, um dem Alltagsradwegekonzept auch tatsächliche Radwege folgen zu lassen. Wir schließen damit die Netzlücke zwischen der Hauptachse Wolfratshausen-Geretsried-Bad Tölz und bieten somit vielen Bürgerinnen und Bürgern eine echte Alternative für das Auto.“

Der Antrag wurde angenommen, jedoch unter Punkt 4 im Wortlaut leicht abgeändert. Dieser Punkt lautet nun: „Der Landrat wird beauftragt, dem Straßenbauamt anzubieten, mit bereits vorhandenen personellen Ressourcen des Landkreises den erforderlichen Grunderwerb gemeinsam mit dem Straßenbaut abzuwickeln.“ Da es sich um eine Staatsstraße handelt, ist der Freistaat Bayern und damit das staatliche Straßenbauamt für die Umsetzung verantwortlich. Dieses soll nun die Planung zur Schaffung eines durchgehenden Radweges entlang der Staatsstraße St2072 übernehmen.