Am Freitag war ich mal wieder in Sachen Holzbau unterwegs. Diesmal ganz praktisch. Zusammen mit Uschi Sowa unserer baupolitischen Sprecherin und Christian Zwanziger als lokalem Abgeordneten war ich zu Besuch bei den Blockhelden Simon Brünner und Simon Herr in Erlangen Bubenreuth. Die beiden Vollblutsportler sind die Bauherren der weltweit größten Boulderhalle: 5.500 m² Boulderspaß auf mehreren Ebenen entstehen hier, gefertigt (fast ganz) aus Holz. Damit ist das Gebäude das größte in Deutschland gebaute offene Holzgebäude mit Personenlast (Quelle: Blockhelden). Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Und tatsächlich, von außen und innen ein beeindruckender Bau in Form, Größe und Gestaltung. Simon Brünner hat das gesamte Gebäude bis zur Eingabeplanung selbst entworfen und geplant. Den Gebäudekörper bilden zwei verbundene Hexagone, die komplette Fassade ist mit Holz verschalt. Die Besonderheit dabei: die einzelnen Bretter verlaufen schräg. Um dies zu erreichen wurde die gesamte Sägetechnik schräg gestellt, erklären uns die Bauherren. Auch der Innenbereich ist besonders: so haben die Bauherren alle Boulderfelsen selbst entworfen (Form und Konstruktion) und stellen diese auch in Teamarbeit selbst her.

Von Anfang an war den Unternehmern klar, das gesamte Projekt wird ganzheitlich gedacht, von der Materialauswahl über die multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten (Kinderboulderbereich, Restaurant, Yoga- und Kraftraum, Regenerationsbereich, Klettershop) bis hin zum möglichen Abbruch in Jahrzehnten: Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ist den beiden Unternehmern wichtig. Etwas anderes als Holz als primärer Baustoff kam daher auch nie in Frage. 1.200 m³ Holz wurden hier insgesamt verbaut und entziehen der Atmosphäre knapp 1.200 t CO2.

Hier ein paar Eindrücke:

Trotz der Schwierigkeiten in diesem Jahr aufgrund der Rohstoffverknappung und den dadurch deutlich höheren ungeplanten Kosten für den Innenausbau, sind die Bauherren von ihrem Weg und der Verwendung von Holz überzeugt. Die Boulderhalle Frankenjura soll als Blaupause für weitere Projekte dienen. Bereits zwei neue Grundstücke wurden in Amberg und Bayreuth angekauft, weitere sollen in ganz Deutschland folgen. Denn der Trend zum Bouldern und der Wunsch der Bevölkerung nach mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz auch im Freizeitbereich wird weiteranhalten, sind die beiden Unternehmer überzeugt.

Mein Fazit: Die Boulderhalle Frankenjura ist ein Paradebeispiel dafür, was mit Kreativität, Experimentierfreudigkeit und Eigeninitiative mit dem wunderbaren Rohstoff Holz möglich ist. Ich wünsche den beiden sympathischen Pionieren weiterhin viel Erfolg auf ihrem Weg!

Pioniere im Boulderhallenbau: Simon Herr und Simon Brünner (v. li.).