Die Europäische Kommission hat diese Woche einen Gesetzesvorschlag herausgegeben, mit dem sie sicherstellen will, dass in der EU verkaufte Erzeugnisse wie Soja, Rindfleisch und Palmöl nicht zur Schädigung der Wälder in ihren Herkunftsländern geführt haben. Dieser ganzheitliche Ansatz ist vorbildlich. Wir müssen, wie wir dass in der Bio-Landwirtschaft machen, in Kreisläufen denken. Die EU macht jetzt einen Vorstoß, den ich zu 100% unterstütze.

Unser agrarpolitischer Sprecher auf Europaebene, Martin Häusling, kommentiert das so: „Dieser Gesetzesvorschlag meint es ernst mit Schutz der globalen Wälder und wird der Verantwortung der EU in der Welt gerecht. Es kann nicht angehen, dass wir auf der einen Seite der Welt munter konsumieren und dadurch auf der anderen Seite der Welt ökologische und soziale Probleme verursachen. Die bisherigen freiwilligen Selbstverpflichtungen von Unternehmen zu verantwortungsvollem Handel haben nicht die gewünschten und gebrauchten Konsequenzen gebracht.

Im Fokus des Kommissionsvorschlages stehen sechs landwirtschaftliche Produkte: Rindfleisch, Soja, Palmöl, Kaffee, Kakao und Holz. Zusammen etwa 19 Prozent der EU-Importe. Unternehmen, die diese Produkte auf den EU-Markt bringen wollen, müssen nachweisen, dass ihre Produkte nicht für Abholzung verantwortlich sind oder zur Verschlechterung von Wäldern beigetragen haben. Sowohl legale als auch illegale Abholzung sind tabu. Damit will die EU schädliche Auswirkungen ihres Verbrauchs auf die globalen Wälder und indigene Gemeinschaften reduzieren.

Dieses sechs Produkte sind ein Anfang. Fragwürdig ist, warum nicht auch gleich Kautschuk und Leder mit aufgenommen wurden in den Gesetzesvorschlag. Im Initiativbericht, den das Europäische Parlament schon vor einem Jahr verabschiedet hat, sind auch Eukalyptus-Baum-Plantagen enthalten. Auch diese müssen in den Fokus genommen werden, weil sie sehr problematisch sind. Hier sollte baldmöglichst nachgelegt werden.“