Zurzeit ist wieder Weltklimakonferenz. Dieses Jahr in Glasgow. COP 26. Jede dieser Konferenzen macht mich nachdenklich – zu vielen Punkten. Was haben wir erreicht, was bewirken diese Konferenzen wirklich, was bleibt auf der Strecke und wie kommen wir endlich an den Punkt, an dem wir nicht mehr nur konferieren, sondern auch handeln?

Bei der diesjährigen Weltklimakonferenz gibt mir vor allem auch der Ruf „Zurück zur Atomkraft“ zu denken. Die Atomenergie wird weltweit immer vehementer als augenscheinlich einfacher Beitrag zur Lösung der Klimakrise gehandelt, zumindest was die Energieerzeugung angeht. Jüngst erst hat Frankreich noch einmal klar gemacht, dass es weiterhin auf Atomenergie setzt – und das in Zukunft noch stärker.  

Klar ist: Wir stehen vor der gewaltigen Herausforderung, unsere Energiesystem zu einem klimaneutralen System umzubauen. Wir wissen, wie es geht. Durch einen ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien. Damit kommen wir Menschen auf diesem Planeten voran, wir haben ein Probleme erfasst und entwickeln uns nun weiter. Im Angesicht er Klimakrise jetzt verstärkt auf Atomenergie zu setzen, wäre fatal und ein Rückschritt in die Vergangenheit. Wissen wir doch längst um die Nebenwirkungen der Atomenergie wie den radioaktiven Müll, von dem wir nicht wissen, wohin damit, die Unfallgefahr, die Risiken. Jetzt Geld in Atomenergie zu stecken, bedeutet egal wo auf der Welt, dass dieses Geld nicht in erneuerbare Energien gesteckt wird. Damit verlieren wir das wichtigste beim Umbau unseres Energiesystems hin zur Klimaneutralität: Zeit.

Die Antwort muss also sein, den Ausstieg aus der Nuklearenergie weltweit zu forcieren und stattdessen auf die Kraft von Sonne, Wind und Wasser zu setzen. Die Atomkraft bremst die Energiewende aus und schafft neue Probleme; die einzige, die davon profitiert, wenn wir weiter auf Atomkraft setzen, ist die Atomindustrie. Wir Grüne kämpfen für eine Welt ohne Atomkraft und für die Energiewende. Die Atomenergie ist unbestreitbar der größte Irrtum unserer Industriegeschichte. Atomkraft ist eine unbeherrschbare Hochrisikotechnologie. Trotz Atomausstieg werden uns Rückbau, Zwischenlagerung und die Endlagersuche in Deutschland noch Jahrzehnte belasten.

Über 300 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt haben mit einer gemeinsamen Erklärung die Ungeeignetheit der Atomkraft im Kampf gegen die Klimakrise betont und eine umfassende erneuerbare Energiewende gefordert. Vor dem Hintergrund der Klimakrise warnen die Organisationen davor, dass die Scheinlösung Atomkraft eine umwelt- und klimafreundliche Energiewende blockiert und weisen auf die Dringlichkeit hin, den Wandel zu 100 Prozent erneuerbaren Energien global voranzutreiben. Die Erklärung zeigt zudem auf, wie Atomenergie soziale und ökologische Krisen verschärft. Angestoßen wurde die Erklärung von der internationalen Initiative „Don’t nuke the Climate“.

Ich schließe mich der Initiative an: „Our shared energy future is renewable, not radioactive.“