Einen wichtigen Austausch zum Thema „Jugend & Pandemie“ habe ich diese Woche mit der Jugendpflegerin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Verena Peck, der Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, Sandra Kresta, und der Vorsitzenden des Kreisjugendrings, Sabine Grasberger, gehabt. Zusammen mit  Klaus Koch, Schulleiter an der MarieLuiseSchultzeJahnSchule  und Sprecher der Grünen-Kreistagsfraktion, Teresa Wimmer, Grüne Jugend und Mitglied im Kreisausschuss für Jugend und Familie, sowie Karl Bär und Kathrin Henneberger, Bundestagskandidat*innen Bündnis 90 / Die Grünen, trafen wir uns in Bad Tölz zum Austausch.

Die Gesprächsteilnehmer*innen in Bad Tölz. (Foto: privat)

Die Jugend stand während der Corona-Pandemie in Deutschland und Bayern viel zu weit hinten an. Durch die pandemiebedingten Belastungen sind Kinder und Jugendliche stark betroffen. Kita- und Schulschließungen sowie Kontaktbeschränkungen haben massiv ihre Alltagsstruktur verändert. Dadurch werden bei Kindern und Jugendlichen vermehrt Zukunftsängste, Leistungsdruck und Vereinsamung beobachtet. Zu weiteren Auswirkungen zählen auch übermäßiger Medienkonsum, Bewegungsmangel und Fehlernährung. Die grüne Landtagsfraktion in Bayern hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie für die Besserstellung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt; unsere Positionen und Forderungen haben wir unter anderem im Positionspapier „Gesundheit von Kindern und Jugendlichen jetzt stärken“ zusammengefasst. Aktuell ist es besonders wichtig, den Countdown bis zum Schulstart zu nutzen, um ein sicheres, nächstes Schuljahr zu ermöglichen.

Klaus Koch gab zu bedenken, dass die Schüler*innen ein anstrengendes Schuljahr hinter sich haben und es viel Nachholbedarf über den Schulstoff hinaus gebe, gerade hinsichtlich sozialer Kontakte, Treffen mit Freund*innen, Sport, etc..

Sabine Grasberger wertet Begegnungen in Jugendzentren als besonders wichtig, auch weil dort eher Hygieneregeln eingehalten werden als privat. Sandra Kresta wies uns auf aktuelle Probleme der Vereine und Verbände hin: Ehrenamtliche fehlten, da viele ihre Freizeit während der Lockdowns anders gestaltet hätten und sich jetzt weniger Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten nehmen würden. Auch viele Jugendliche seien nicht mehr in Vereinen, seien wegen der anfallenden Kosten abgemeldet worden. Das bedinge, dass mehr Freizeit alleine vor Fernseher oder Computer verbracht werde. Es werde immer schwieriger, diese Jugendliche zu erreichen, so Kresta. Verena Peck forderte für das kommende Schuljahr konstante Maßnahmen. Es dürfe kein Auf/Zu an Schulen, Kindergärten und Kitas mehr geben.

Teresa Wimmer teilte ihre Erfahrungen vom Ferienprogramm in Dietramszell mit uns. 2020 waren deutlich weniger Veranstaltungen angeboten worden, da viel Unsicherheit bei den üblichen Veranstalter*innen geherrscht habe. 2021 sehe sie mehr Sicherheit, da Hygienekonzepte inzwischen Alltag seien und mehr Veranstaltungen, die sehr gut nachgefragt werden, angeboten werden können. Dies zeige auch den großen Bedarf von Kindern, zusammen etwas zu unternehmen.

Für mich ist klar, in einer möglichen vierten Welle muss es endlich heißen „Jugend zuerst“. Unsere Kinder und Jugendlichen dürfen nicht erneut die Leidtragenden einer neuen Infektionswelle sein. Wir Grüne im Landtag setzen uns vehement dafür ein und werden das weiter tun.