Station zwei meiner Sommertour „UNSER WALD – Tour durch die grüne Lunge Bayerns“ führte mich am Montag, 19. Juli, in den Manteler Wald in der Oberpfalz. Wir waren zu Gast beim BaySF-Forstbetrieb Schnaittenbach, Forstbetriebsleiter Philipp Bahnmüller und Revierförster Robert Werner führten uns durch „ihren“ Wald und traten mit uns in den Austausch. Mit von der Partie waren unter anderem meine MdL-Kollegin Anna Schwamberger sowie Bundestagskandidatin Anneliese Droste.

Der Forstbetrieb Schnaittenbach ist äußerst vielfältig, er erstreckt sich vom Hessenreuther Wald über die Dolomitkuppen des Fränkischen Jura und die Granitausläufer des Oberpfälzer Waldes bis in die Moore des Weidener Beckens. Bei der naturnahen Bewirtschaftung und Pflege dieses Waldgebietes werden jährlich um die 130.000 Kubikmeter Holz (überwiegend Kiefer) geerntet, das im Wesentlichen an regionale Sägewerke abfließt. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie Fischadler, Luchs, Feuersalamander und Silberdistel, Frauenschuh und Moosbeere haben dort eine optimale Bleibe gefunden. Sogar ein Wolfsrudel ist hier seit 3 Jahren wieder heimisch.

Ein Wolf hat hier seine Spuren hinterlassen. (Fotos: Büro Urban)

Eine der Besonderheiten des Forstbetriebs und der Grund für unseren Besuch in der Oberpfalz sind die Waldmoore im Manteler Forst. 650 Hektar Moorwälder liegen hier zwischen Weiden und Grafenwöhr und stellen eine besondere Herausforderung aber auch Chance für die Waldbewirtschaftung dar. Wie uns Forstbetriebsleiter Bahnmüller und Revierförster Werner erklärten, gehört der Manteler Wald zu den artenreichsten Gebieten in Bayern. Das verdankt er dem engen Nebeneinander von trockenen Sandlebensräumen, naturnahen Gewässern und Mooren.

Wir haben uns im Rahmen unserer Exkursion den Moorlehrpfad Hohlbachloh angeschaut, haben uns im Stürzerloh und Hirschbergerloh mit dem Umgang mit Kalamitäten beschäftigt und gesehen, wie die Moorbirke hier Fuß fasst. Und wir durften zum krönenden Abschluss eine Schwingrasenfläche betreten, die erst in diesem Winter wieder freigestellt wurde und einen Hotspot der Artenvielfalt darstellt. Neben Moorbeere und Wollgras haben wir hier auch den seltenen fleischfressenden Sonnentau entdeckt, wirklich besonders!

Der seltene Sonnentau.

Mein Fazit: Auch im Manteler Wald steigen die Herausforderungen durch klimawandelbedingte Kalamitäten, die vielfältigen Ansprüche der Gesellschaft an den Wald und die zu knappe Personalausstattung. Dieses bayernweit einzigarte Waldgebiet wird  durch die engagierten Mitarbeiter des Forstbetriebs vorbildlich erhalten und mit Augenmaß bewirtschaftet. Die Wiedervernässung von Waldmoorflächen läuft hier wie aus dem Lehrbuch und sollte als beispielhaft für andere wertvolle Moorstandorte gesehen werden.

Hier ein paar Eindrücke von unserer Exkursion in die Oberpfalz: