Grünen-Antrag „Raus aus der Anbindehaltung – kleine Betriebe erhalten und Tierwohl maximal fördern“ abgelehnt

München/Oberland – Enttäuscht zeigt sich Grünen-Angeordneter Hans Urban nach der Sitzung des Haushaltsausschusses im Bayerischen Landtag am Donnerstagvormittag. Der Antrag der „Raus aus der Anbindehaltung – kleine Betriebe und Tierwohl maximal fördern“ (siehe oben) wurde abgelehnt. „Tierwohl hat scheinbar noch immer zu wenig Bedeutung in Bayern“, so Urban, „dabei wäre es jetzt unser Auftrag, Tierwohl gezielt mit dem maximal möglichen Satz zu fördern.“

Hintergrund: Landwirtschaftsministerin Kaniber hat in ihrer Regierungserklärung im Mai das Ende der Anbindehaltung angekündigt. Die Forderung der Grünen an den Freistaat lautete daher, die Milchviehhalterinnen und -halter bei diesem Schritt so gut wie möglich zu unterstützen. Konkret forderten Grünen im Landtag die Staatsregierung auf, Fördermöglichkeiten voll auszuschöpfen. Die Förderung im Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) zur Umstellung von Anbindehaltung auf Laufstall und sonstige Formen der Rinderhaltung wollen die Grünen für kleine Betriebe von 30 Prozent auf die nach EU-Vorgabe maximal möglichen 40 Prozent für produktive Investitionen erhöhen. Investitionen, die unmittelbar dem Tierwohl dienen, sollen nach Willen der Grünen mit 60 Prozent gefördert werden.

„Wir wollen das Beste für das Tierwohl und für die kleinen Milchviehbetriebe in unserer Region, die unsere Dorfstruktur prägen. Deshalb fordern wir die Staatsregierung auf, die maximal mögliche Förderung für Tierwohl-Umbauten in den Anbindeställen zu ermöglichen“, erklärt Urban.

Rund die Hälfte der circa 30.000 Milchviehbetriebe in Bayern hält ihre Tiere entweder in saisonaler oder ganzjähriger Anbindehaltung. Auch in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau ist die Anbindehaltung noch eine gängige Haltungsform.