Breite Zustimmung für den Antrag „Anhörung zum Projekt „Forstbetrieb 2030“ der Bayerischen Staatsforsten“:  Die Landtags-Grünen haben erfolgreich eine Anhörung zur Umstrukturierung der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) angestoßen. Am Mittwoch, 9. Juni, wurde der Antrag im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von Grünen, SPD, CSU, Freie Wählern angenommen. Enthalten haben sich FDP und AfD.

„Damit ist der Weg frei, öffentlich und transparent über die Zukunft der Bayerischen Staatsforsten zu debattieren.  Die künftige Ausrichtung der BaySF geht uns alle an“, sagt Hans Urban, Sprecher für Forst und Jagd der Grünen-Landtagsfraktion. Die Grünen befürworten den Umbau der BaySF, fordern aber, diesen nachhaltig und auf die Gemeinwohlleistungen des Staatswaldes fokussiert zu gestalten. „Der Staatswald gehört den Bürgerinnen und Bürgern in Bayern“, so Urban. „Deshalb darf die Umstrukturierung nicht allein BaySF-intern und mit der Unterstützung einer vor allem wirtschaftsorientierte Unternehmensberatung geschehen. Vielmehr muss die Zukunft des Staatswaldes hier im Bayerischen Landtag diskutiert werden.“ [Aktualisierung 9. Juni 2021]

„Forstbetrieb 2030“ – hinter diesem Schlagwort verbirgt sich eine Reformierung der Strukturen der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Organisation und Waldbewirtschaftung im Staatsbetrieb sollen neu arrangiert werden. Die Veränderungen sind unter anderem aufgrund der finanziellen Schieflage der Bayerischen Staatsforsten wie auch wegen des erweiterten Aufgabenspektrums unter den Vorzeichen der Erdüberhitzung angedacht.

Was aber genau für die Zukunft des bayerischen Staatswaldes von der BaySF-Führungsriege und einer Unternehmensberatung ersonnen wird, ist bis heute nicht öffentlich bekannt. Dabei sollen schon ab dem neuen Geschäftsjahr, das am 1. Juli startet, erste Schritte umgesetzt werden.

Wir als Grüne Fraktion Bayern finden, die Debatte über die Zukunft des Staatswaldes, seine Pflege und Bewirtschaftung durch die BaySF, darf nicht im Hinterzimmer erfolgen. Dieser Wald gehört allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern. Über seine Zukunft muss deshalb im Parlament diskutiert werden. Wir wollen eine Anhörung von Expert*innen im bayerischen Landtag. Und eine transparente Debatte über notwendige Reformschritte in den BaySF.

Unseren Antrag dazu finden Sie hier:

Die zugehörige Pressemitteilung:

„Unser Staatswald muss ein echter Lebens- und Bürgerwald werden“

Grüne fordern Anhörung zum geplanten Umbau der Bayerischen Staatsforsten im Rahmen des Projekts „Forstbetrieb 2030“

München (31.5.21 /lmo). Die Landtags-Grünen fordern eine Sachverständigen-Anhörung im Bayerischen Landtag (Antrag im Anhang) zum Projekt „Forstbetrieb 2030“. In dessen Rahmen sollen die Bayerische Staatsforsten* und die Waldbewirtschaftung umstrukturiert werden – aufgrund der finanziellen Schieflage des Staatsbetriebs, „aber auch, weil sich das Aufgabenspektrum erweitert hat“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann. „Ein Umbau der Bayerischen Staatsforsten ist dringend von Nöten. Die Erdüberhitzung schreitet weiter voran, unsere Wälder sterben. Hier müssen wir schleunigst entgegenwirken, um die grünen Lungen Bayerns zu retten.“

Diese Umstrukturierung darf aber nicht „hinter verschlossenen Türen in einer Vorstandsetage unterstützt durch ein vor allem wirtschaftsorientierte Unternehmensberatung“ geschehen, fordert der forstpolitische Sprecher Hans Urban.  „Der Wald gehört uns allen. Deshalb muss seine Zukunft auch mit allen diskutiert werden: Mit Expertinnen und Experten hier im Bayerischen Landtag als Vertretung unserer Bürgerinnen und Bürger.“


Die Landtags-Grünen sehen in einer Sachverständigen-Anhörung im Landwirtschafts- und Haushaltsausschuss die Chance, die zentralen Fragen zur zukünftigen Entwicklung des Waldes im Staatseigentum zu erörtern. Vorher könne der Reformprozess „Forstbetrieb 2030“ nicht abgeschlossen werden. „Wir müssen einen stärkeren Fokus auf gemeinwohlorientierte Ziele legen. Die Effizienz- und Profit-Schraube ist schon stark genug angezogen, das zeigen nicht zuletzt Waldverkäufe für Gewerbegebiete“, erklärt Ludwig Hartmann: „Die Aufgaben unseres Staatswaldes sind so vielfältig wie der Baumbestand in einem lebendigen Mischwald. Für einen echten Lebens- und Bürgerwald müssen neben ökonomischen Interessen jetzt die Leistungen für die Mensch, Klima und Natur in den Vordergrund rücken – das bedeutet einen verstärkten Blick auf Funktionen wie Klima- und Artenschutz sowie Erholung.“

*Rund ein Drittel der Waldfläche in Bayern sind Staatswald. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften diese rund 750.000 Hektar Wald und sind damit der größte Forstbetrieb Deutschlands.