Anfrage des Herrn Abgeordneten Hans Urban (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

Ich frage die Staatsregierung:
Wieviel Holz hat die BaySF in den GJ 2019-2021 (Stand 30. April 2021) an bayerische Sägeunternehmen verkauft (bitte absolut und prozentual an Gesamtverkaufsmenge je GJ), wieviel Holz wurde dabei an Großsäger (jährlichen Einschnitt größer 200.000 fm), Unternehmen mit einem jährlichen Einschnitt von 50.000 – 200.000 fm, mittlere Unternehmen (Einschnitt 10.000-50.000 fm pro Jahr), kleine Sägeunternehmen (Einschnitt 1.000 – 10.0000 fm pro Jahr) und Kleinst-Unternehmen (Einschnitt kleiner 1.000 fm/Jahr) verkauft und wie war dabei die regionale Verteilung (bitte je Regierungsbezirk, Unternehmensgröße, absolut in fm und prozentual angeben)? Bitte immer getrennt nach Laub- und Nadelholz angeben.

Die Beantwortung der Anfrage des Herrn Abgeordneten Hans Urban erfolgt in Abstimmung mit den Bayerischen Staatsforsten:
Aufgrund der Kurzfristigkeit der Anfrage beschränkt sich die Beantwortung der Anfragen auf das Nadelstammholz. Aussagen zum Laubstammholzmarkt sind aufgrund der stark differenzierten Kundenstruktur nur mit erheblichem Aufwand leistbar und zudem spielen Laubholzmengen mit einer Ver-marktungsmenge von rund 160 Tsd. Fm auch nur eine untergeordnete Rolle.

Nadelstammholz wird an eine Vielzahl von Kunden verschiedenster Einschnittskapazitäten und Größenordnungen verkauft. Die Kundenstruktur bei Nadelstammholz setzt sich aus Kunden der überregionalen (UV) und der regionalen Vermarktung (EV) zusammen. In der UV werden 32 Kunden bedient, die zur Kategorie Großsäger bzw. zu Unternehmen mit 50.000 – 200.000 Fm, in geringem Umfang auch zu den mittleren Unternehmen gehören. In der EV werden ca. 300 Kunden bedient, die überwiegend zur Kategorie mittlere und kleine Sägeunternehmen sowie Klein-stunternehmer gehören.

Der Anteil der Nadelstammholzmengen an UV und EV und der Anteil, der an bayerische Sägeunternehmen in dem angegebenen Zeitraum verkauft wurde, sind in den nachfolgenden Tabellen nach Geschäftsjahren dargestellt:

Zwei Drittel des Nadelstammholzes verbleiben in Bayern und tragen hier zur regionalen Wertschöpfung und klimaschonender Erzeugung von hochwertigen Produkten bei. Nadelstammholz, das in andere Bundesländer und ins Ausland (vornehmlich Österreich) abgeflossen ist, lieferten grundsätzlich frachtnah gelegene Forstbetriebe. Ebenfalls wurde darauf geachtet, dass ausschließlich Kunden beliefert werden, die in unmittelbarer Nähe zu Bayern liegen. So liegen die Kunden in den benachbarten Bundesländern Bayerns in Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen, die Kunden in Österreich liegen in den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg und Tirol, daneben gibt es noch einen Kunden in Tschechien sowie den Abfluss von Sondersortimenten (Wertholz, Starkholz) in geringem Umfang (< 1%) in entferntere Regionen.

Der EV-Vermarktungsanteil variiert stark abhängig vom Gesamtangebot am Markt. In den Störungsjahren der Geschäftsjahre (GJ) 2018 bis 2020, in denen gewaltige Schadholzmengen zu günstigen Preisen am Markt angeboten wurden, ging die Nachfrage in der EV bei BaySF stark zurück. Seit Winter 2020 / 2021 belebt sich die Nachfrage nach BaySF – Holz aus der EV aufgrund ausbleibenden Schadholzes sehr stark. Verstärkend wirkt, dass aus an-deren Waldbesitzarten nur sehr wenig Frischholz für den Markt bereitgestellt wird.