Anfrage zum Plenum des Herrn Abgeordneten Hans Urban (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) vom 3. Mai 2021 + Antwort der Staatsregierung vom 6. Mai 2021

Ich frage die Staatsregierung:

Plant die bayerische Staatsregierung eine bayernweite Kommunikationskampagne in Sachen Mountainbikesport/-tourismus (bitte um Nennung eines Zeithorizonts), welche Initiativen hierzu haben/planen einzelne Ministerien ergriffen/zu ergreifen (insbesondere die Staatsministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, für Umwelt und Verbraucherschutz und für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie) , und wie hoch sind die Mittel, die hierfür aufgebracht werden?

Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in Abstimmung mit den Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz und Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat bislang keine Kommunikationskampagne in Sachen Mountainbikesport/-tourismus durchgeführt und plant oder finanziert derzeit auch keine solche Kampagne. Die BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH, die offizielle Landesmarketingorganisation der bayerischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft, plant ebenfalls keine derartige Kampagne.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe zur Besucherlenkung bietet das Wirtschaftsministerium jedoch eine Plattform, in der vielfältige Themen der Besucherlenkung ressortübergreifend mit Verbänden, Tourismusorganisationen und weiteren Beteiligten diskutiert
werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird bspw. auch die Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz „Vollzug des Bayerischen Naturschutzgesetzes; Teil 6 „Erholung in der freien Natur““ vom November 2020 aufgegriffen.

Der Tourismusverband Oberbayern München und der Tourismusverband Ostbayern betreiben regional ausgerichtete Informationsaktivitäten wie z.B. „Fair Bike“ oder „Respektvoll unterwegs“ (die bayerischen Tourismusverbände sind rechtlich eigenständige Organisationen, die durch das StMWi institutionell unterstützt werden).

Der Mountainbikesport/-tourismus berührt auch das Thema Besucherlenkung und richtiges Verhalten in der Natur sowie Konflikte zwischen den Erholungssuchenden und Einheimischen. In diesem Bereich hat das StMUV unter anderem unter dem Titel „Ausgewildert – Ideenwettbewerb für respektvolles Verhalten in der Natur“ einen bayernweiten Mitmachwettbewerb gestartet. In diesem Zusammenhang rufen das Baye-rische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und seine Partner die Bürgerinnen und Bürger Bayerns dazu auf, kreative Ideen einzureichen, die ein Bewusstsein für naturfreundliches Verhalten schaffen. Partner der Kampagne sind der Landesbund für Vogelschutz e. V., der BUND Naturschutz in Bayern e. V. sowie die Hochschule für Fernsehen und Film München. Für die Durchführung des Wettbewerbs und die Produktion der Bewerbungsmedien sind rund 89.000 Euro eingeplant.

Auf Initiative des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist im März 2020 ein runder Tisch gemeinsam mit Verbänden sowie Organisationen, StMUV und StMWi ins Leben gerufen worden. Ziel ist, eine Konzeption für eine Kampagne zur Sensibilisierung Erholungssuchender (umfassend; keine ausschließliche Fokussierung auf den Mountainbikesport/-tourismus) in der Natur und Kulturlandschaft zu erarbeiten. Den Erholungssuchenden sollen die nötigen Informationen an die Hand gegeben werden, damit die Outdoor-Aktivitäten immer stärker im Einklang mit der Natur, der einheimischen Bevölkerung und insbesondere mit den Landbewirtschaftern ausgeübt werden. Eine Rahmenkonzeption wird derzeit erstellt. Haushaltsmittel sind in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt.