München – Der Bayerische Klimareport und der Waldzustandsbericht des Bundesforstministeriums zeigen es ganz deutlich: der Zustand der deutschen und bayerischen Wälder ist desaströs. 80 Prozent der Bäume in Deutschland sind geschädigt oder abgestorben und über 400.000 ha Fläche sind entwaldet.

„Unseren Wäldern geht es schlechter als je zuvor“, sagt Hans Urban, forstpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion im bayerischen Landtag. „Die Staatsregierung hat die deutlichen Warnsignale der letzten Jahrzehnte zwar offenbar wahrgenommen, aber nicht danach gehandelt. Sie betreibt Klimaschutz noch immer mit angezogener Handbremse. Wirtschaftliche Einzelinteressen werden stärker gewichtet als das Wohl der Allgemeinheit und das Wohl von Natur und Umwelt. Das hat verheerende Auswirkungen auf unsere Wälder. Das Ergebnis ihrer verfehlten Klima- und Waldschutzpolitik hat die Staatsregierung nun einmal mehr schwarz auf weiß“, so Urban.


„Forstministerin Kaniber und Umweltminister Glauber müssen endlich aus dem „Aber wir machen doch schon so viel“-Modus heraustreten und in einen echten Gestaltungsmodus übergehen“, so Urban. „Wir brauchen jetzt innovative Ideen, echten Umsetzungswillen und Teamgeist. Daran mangelt es aber auch gerade in der Diskussion um die Novelle zum Bundesjagdgesetz (BJagdG) seitens der traditionellen Jägerschaft. Die Priorisierung des Waldes und der Waldverjüngung gegenüber jagdlichen Einzelinteressen im neuen Gesetzentwurf ist ein wichtiges, längst überfälliges Signal“, sagt Urban. „Zurzeit haben Zäune zum Schutz von Jungpflanzen in unseren deutschen Wäldern fast eine Länge wie die Außengrenze der EU! Das ist zukünftig nicht mehr hinnehmbar.“ Urban weiter: „Eine vielfältige, reich strukturierte Waldverjüngung ohne Schutzmaßnahmen muss der Maßstab einer zukunftsfähigen klimagerechten funktionierenden Forst- und Jagdwirtschaft sein!“