Einer der fünf ersten bayerischen Kadaversuchhunde bei der abschließenden Prüfung. (Fotos: Büro Urban)

Endlich! Endlich hat auch Bayern mit dem Aufbau einer eine Hundestaffel zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) begonnen. Fünf Kadaversuchhunde sind seit wenigen Tagen fertig ausgebildet, 30 bis 40 Tiere plus Hundeführer*innen sollen es verteilt auf die Regierungsbezirke werden. Bei Ausbruch der ASP in Bayern sollen sie nach toten Wildschweinen suchen. Denn ist die ASP ausgebrochen, gilt es keine Zeit zu verlieren, im Seuchengebiet verendete Tiere zu finden. Die Kadaver bzw. deren Blut sind noch mehrere Wochen hoch infektiös. Die Hundestaffel ist neben festen und mobilen Zäunen,  Drohnen- und Wärmebildkameraeinsatz und der Möglichkeit von freiwilligen Tests auf ASP für Schweinehalterbetriebe („Freitesten“) einer von vier Präventions-Bausteinen der Staatsregierung.

Innerhalb der 16 Bundesländer habe der Freistaat einen vorbildlichen Weg im Kampf gegen die ASP beschritten, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (FW) beim Ortstermin im Feuchter Forst am Montag, 22. Februar, wo die erste Prüfung abgenommen wurde. Der Minister musste allerdings zugeben, ohne das Ehrenamt, ginge hier wenig, „der Staat könnte das so nie leisten“.

120 bis 160 Stunden umfasst die Ausbildung bis zur Prüfung. Die Qualität der Ausbildung ist zweifelsohne vorbildlich: die Hunde und ehrenamtlichen Hundeführer*innen wurden von den engagierten Ausbilder*innen top geschult. Nur: Bezahlt bekommen die Ausbildungsstätten bisher nichts, und das obwohl diese bereits erhebliche Ausgaben zu verzeichnen haben. Etwa für die Untersuchung der Kadaverproben beim Veterinäramt, Desinfektionsmittel, zusätzliche Gefriertruhen für die Kadaver, Fahrtkosten und die Ausbildung selbst. Auch für die Hundeführer*innen, die im Seuchenfall auch mehrerer hundert Kilometer vom Heimatort eingesetzt werden können, ist bisher (noch) keine konkrete Aufwandsentschädigung vorgesehen. Der Aufbau der Hundestaffel wird vom Umweltministerium zwar mit 150.000 Euro gefördert, allerdings sind diese Mittel aktuell noch nicht abrufbar und es ist unklar, wofür diese genau verwendet werden sollen.

Wir meinen: Um tatsächlich „vorbildlich“ zu agieren, müsste es dann doch wenigstens drin sein, dass die Fixkosten der Ausbildung gedeckt und im Seuchenfall Aufwandsentschädigungen (Benzingeld, evtl. Übernachtungspauschale etc.) für die ehrenamtlichen Hundeführer*innen gezahlt werden. Hier muss eine schnelle und unbürokratische Lösung gefunden werden!

Fazit: Die Ausbildung von Kadaversuchhunden ist auf jeden Fall als Fortschritt zu werten. Ignorierte die Staatsregierung im vergangenen Herbst unsere Anfrage  (Inwieweit ist im Seuchenfall zur schnellen Lokalisierung von infizierten Wildschweinen der Einsatz von Kadaversuchhunden (Bitte um Erklärung von Organisation und Durchführung) geplant?) noch dezent. Jetzt ist immerhin ein Anfang gemacht.