„Nur wenn sich unser Umgang mit Land grundlegend ändert, können die Klimaschutzziele erreicht, der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt abgewendet und das globale Ernährungssystem nachhaltig gestaltet werden.“

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat kürzlich sein Hauptgutachten „Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration“ vorgelegt und darin fünf exemplarische Mehrgewinnstrategien vorgeschlagen, um Konkurrenzen zwischen Landnutzungsansprüchen zu überwinden. Er fordert eine grundlegende Änderung der Landnutzung in Deutschland – und trifft damit genau den Tenor, den auch wir Grüne seit Jahrzehnten anschlagen.

Unter anderem soll eine auf Vielfalt beruhenden Landwirtschaft stärker gefördert werden. Nur so könne die globale Landwende gelingen. Für die EU-Agrarpolitik empfiehlt der WBGU eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft und stattdessen deren umfassende Ökologisierung. Auf diesem Weg würden gleichzeitig Ernährungssicherung, Klimaschutz und Erhaltung der Biodiversität gefördert.

Auch misst der Beirat dem Bauen mit Holz große Bedeutung zu. Es bietet effektive Möglichkeiten, langfristig Kohlenstoff zu speichern. Das Holz dafür muss aber aus standortgerechter, nachhaltiger Waldwirtschaft stammen, die weder Biodiversität noch Ernährungssicherung gefährdet.

Fällt es euch auch auf? All diese Dinge fordern wir Grüne seit Jahren. Das Gutachten des WBGU gleicht einer Auflistung unserer Kernforderungen, für deren Umsetzung wir uns auf allen politischen Ebenen in Deutschland und Bayern einsetzen. Ich erinnere an unseren Holzbauantrag. Ich erinnere an unser erst kürzlich wieder per Dringlichkeitsantrag erklärtes Anliegen, die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) zu ökologisieren. Ich erinnere an unser Agroforst-Antragspaket, das mehr Vielfalt in der Landnutzung verankern will. Die Liste an grünen Anträgen ist lang, die die Empfehlungen des WBGU in konkreter Weise umgesetzt wissen wollen. Leider scheitern wir mit diesen Forderungen immer wieder an den Mehrheitsverhältnissen im Landtag.

Trotzdem geben wir nicht auf! Der Bericht des WBGU ist eine schöne Bestärkung unseres grünen Weges und zeigt ganz deutlich: Die politischen Entscheidungsträger*innen der regierenden Parteien müssen endlich handeln! Der WBGU hat sein Gutachten am 3. November an die Bundesministerinnen Anja Karliczek (Bildung und Forschung) und Svenja Schulze (Umwelt) übergeben. Hoffen wir, dass die beiden Ministerinnen und ihre Mitarbeiter*innen gut lesen – und sich den Empfehlungen des WBGU und unseren grünen Forderungen anschließen!