Dringlichkeitsantrag: Urban und Landtags-Grüne fordern Neuausrichtung der GAP

Landkreis – „Mit der derzeitigen Debatte im EU-Parlament über die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) werden auf EU-Ebene die Weichen für die Zukunft der Landwirtschaft auch hier bei uns in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen gestellt“, teilt Hans Urban, Grünen-Angeordneter und Biobauer aus Eurasburg mit. „Jetzt ist es an der Zeit, den Umbau der Agrarpolitik endlich voranzutreiben. Wir müssen dazu alle unsere Handlungsspielräume nutzen“, so Urban. „Es gilt jetzt, die Chance zu nutzen Agrargelder fair zu verteilen. Es kann nicht sein, dass ein 100-Hektar-Schlag in Brandenburg gleichbehandelt wird wie eine artenreiche Flachlandmähwiese. Qualität und Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung müssen den Ausschlag für Subventionen geben, nicht die Größe der Fläche.“

Die Grünen im Landtag reichen daher in die Plenarsitzung am Mittwoch, 21. Oktober, einen Dringlichkeitsantrag (siehe oben) mit dem Titel: „Umbau der Agrarpolitik jetzt – für Vielfalt und Agrarökologie in Bayern“ ein.

„Die Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft sind vielfältig“, so Urban. Sie liegen im Wesentlichen im Zusammenspiel von Veränderungen in der Art der Nutzung, der Nutzungsintensität und der Struktur der Agrarlandschaft. So hat dies auch jüngst die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina* wieder bestätigt. „Wir müssen dringend die Bewirtschaftung unserer Agrarflächen anpassen. Dazu braucht es eine GAP, die auf die Notwendigkeiten der Klima- und Biodiversitätskrise reagiert. Bayern muss hier seinen Teil beitragen und sämtliche Mittel ausschöpfen.“

Urban erläutert: „Ein Drittel des EU-Budgets (387 Milliarden Euro Steuergelder) geht in die GAP. In dieser Woche entscheiden Europaparlament und Europarat, wie die Landwirtschaft in Europa in den nächsten sieben Jahren aussehen soll.“  Die Mehrheit aus Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen ignoriert dabei weiterhin sämtliche wissenschaftlichen Fakten und Bedenken. „Wir müssen aber unsere Steuergelder verwenden, um Natur, Klima, Umwelt und Artenvielfalt zu schützen.“

*Umfassendes Handeln ist jetzt wichtig: http://interaktiv.leopoldina.org/artenvielfalt/?fbclid=IwAR2N-TW2wiOEHiKcYP7LcQ4F3SuX-kWadVDSQ38B6gPLXn08-fOr2iIgTGs