Bilanz der Bayerischen Staatsforsten – Hans Urban: „Fremdkredite gehen zulasten künftiger Waldgenerationen“

München (16.10.20/lmo). „Es ist keine Überraschung, dass es den Bayerischen Staatsforsten als größten Waldbesitzer Bayerns nicht anders geht als allen anderen Privatwaldbesitzenden“, erklärt der forstpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Hans Urban, zur Jahresbilanz der Bayerischen Staatsforsten. Zum ersten Mal seit Gründung vor 15 Jahren fällt die Bilanz negativ aus, mit einem Fehlbetrag von 80 Millionen Euro. Enorme Schadholzmengen, ein in der Folge zusammengebrochener Holzmarkt, verschärft noch durch die Coronakrise: ein normales Wirtschaften war dieses Jahr für Waldbesitzende nicht möglich. Fremdkredite in Höhe von 130 Millionen Euro sollen nun kurzfristig Liquidität schaffen. „Das ist der falsche Weg. Verschuldung auf Kosten zukünftiger Waldgenerationen kann nicht die Lösung sein.“

Hans Urban fordert, stattdessen die Wertschöpfungskette Wald-Holz in Angriff zu nehmen. Insbesondere muss sich mit der Frage von Einschnitt und eigener Sortierung sowie der Veredelung von Rundholz und Sägerestholz auseinandergesetzt werden. „Hier muss der Freistaat investieren und auf den bisher abgegriffenen Gewinn in Höhe von 650 Millionen Euro zurückgreifen.“ Ziel müsse sein, diese Wertschöpfung wieder auf die Waldfläche zu bringen. Hans Urban: „Zudem muss gelten: Wenn der Freistaat ein Haus baut, dann muss es aus Holz sein. Wer mit Holz baut, schont Ressourcen und die Umwelt. So geht aktiver Umweltschutz.“

Um die Bayerischen Staatsforsten schnell und kurzfristig zu entlasten, wäre es sinnvoller gewesen, sie von ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Staat – wie etwa Baulasten oder den Einzahlungen in den Alterssicherungsfond (200 Millionen Euro wurden in den letzten 15 Jahren abgeführt) – zu entbinden, als Fremdkapital aufzunehmen, so Hans Urban: „Die Söder-Regierung bringt sich hier selbst deutlich zu wenig ein. Wir müssen die eigene Wertschöpfung stärken.“