Grüne im Landtag setzen sich für eine Förderung von Agroforstwirtschaft (AFW) ein – CSU und Freie Wähler lehnen diese weiter ab

München – Die Landtagsgrünen haben am Dienstag, 13. Oktober, ihr Antragspaket zur Agroforstwirtschaft in Bayern im Plenum verteidigt – leider erfolglos. Mit sieben Anträgen setzt sich Hans Urban, forstpolitischer Sprecher und selbst Biobauer im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, ganz konkret dafür ein, die Agroforstwirtschaft in Bayern zu etablieren. CSU, Freie Wähler und AfD verweigern sich weiter der Zukunft und lehnten alle sieben Anträge am Dienstag ab; SPD und FDP unterstützen das Anliegen der Grünen.

„Es geht uns Grünen darum, die Agroforstwirtschaft als zukunftsweisenden Weg und Chance für eine klimaangepasste bayerische Landwirtschaft im Agrarförderrecht zu verankern“, so Urban. Bei der Agroforstwirtschaft werden Gehölze mit Ackerbau und Grünlandnutzung oder Tierhaltung so kombiniert, dass positive Wechselwirkungen entstehen. Besonders wertvoll ist diese Form der Landnutzung aus ökologischer Perspektive, sie fördert die Humusbildung, stärkt die Artenvielfalt, schützt vor Erosion und Trockenheit, fungiert als Biotopverbund und vieles mehr. Zudem ist es eine Möglichkeit für Bäuerinnen und Bauern, auf zunehmende Extremwetterereignisse zu reagieren und sich an Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.

„Im Agrarbericht im Juli hat Frau Staatsministerin Kaniber ihre guten Absichten kundgetan und eine Anpassung der Landwirtschaft an die vermehrt auftretende Trockenheit für notwendig erklärt. Ich verstehe deshalb nicht, warum sich ihre eigenen Parteikollegen im Landtag unseren ganz konkreten Vorschlägen hierzu versperren“, sagt Urban. „Die Vorteile der Agroforstwirtschaft sind so vielfältig, dass nicht nachzuvollziehen ist, warum wir in Bayern und Deutschland nicht längst mehr Gewicht auf diese Form der Landwirtschaft setzen, wie es in unseren Nachbarländern übrigens schon seit Jahren passiert. Deutschland ist eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich.“ Geht es nach den Grünen, soll die Agroforstwirtschaft als Maßnahme im Kulturlandschaftsprogramm förderfähig werden. Zudem soll eine umfassende Wissenstransferkampagne gestartet, die Forschung erweitert und die Thematik in den Lehrplänen der Landwirtschaftsschulen verankert werden.