Anfrage des Abgeordneten Hans Urban BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Plastikverwendung im Wald

Ich frage die Staatsregierung:
Welche Konsequenzen entstehen für die Bewirtschaftung der Bayerischen Staatswälder, wenn im Zuge der aktuell laufenden Revision der Waldstandards bei PEFC Deutschland e.V. ein neuer Standard eingeführt wird, der be-inhaltet, dass zum Schutz des Waldökosystems vor Kunststoffrückständen der Einsatz aus erdölbasierten Materialien wie Wuchshüllen, Fege-/ Verbiss-/Schälschutz und Markierungsbänder möglichst vermieden werden soll, wer-den die BaySF AöR im Rahmen ihrer Vorbildfunktion beim Einkauf von Einzelschutzmaterial zukünftig ausschließlich auf Anbieter nachwachsender Materialien zurückgreifen, und wenn ja, in welchem Zeitraum wird die Umstellung erfolgen?

Antwort des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) sind eine rechtlich selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Umsetzung der PEFC-Standards und deren Weiterentwicklung ist Teil des operativen Geschäfts der BaySF.

Zur Beantwortung der Anfrage wurde eine Stellungnahme der Bayerischen Staatsforsten AöR (BaySF) eingeholt. Die BaySF teilen Folgendes mit:
Die BaySF bringen sich im Rahmen des Revisionsprozesses in die Weiterentwicklung des PEFC-Standards ein. Unter Abschnitt 2 („Gesundheit und Vitalität des Waldes“) wird derzeit die Ergänzung einer Regelung zum Umgang mit Kunststoff diskutiert. Von den BaySF wurden hierzu wesentliche Änderungsvorschläge eingebracht. BaySF empfiehlt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, so weit als möglich auf die Verwendung von Kunststoffprodukten zu verzichten und möglichst Materialien auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen vorzuziehen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass ca. drei Viertel der Verjüngung im Wald aus Naturverjüngung erwächst, die nur in Ausnahmefällen künstlich geschützt werde. Die konsequente und zielorientierte Jagd ist hierbei Grundvoraussetzung dafür, dass Materialien wie die in der Anfrage genannten Wuchshüllen bzw. Fege-/Verbiss-/ und Schälschutz gar nicht erst in großen Mengen im Wald ausgebracht werden müssen.