Vom 23. bis 25. September hat in Weiskirchen im Saarland die Agrarministerkonferenz stattgefunden. Auch verschieden forstliche Themen wurden diskutiert.

Neben ihrer wirtschaftlichen Funktion als Rohstofflieferant erbringen Wälder eine Vielzahl von wichtigen Leistungen für die Bevölkerung, allen voran sind sie neben den Meeren die mit Abstand bedeutendste Kohlenstoffsenke. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, den auch zukünftig zu erwartenden großen Schadholzmengen (2018 – 2020: 178 Millionen Kubikmeter Schadholz und 285.000 Hektar wieder zu bewaldenden Flächen, Quelle: BMEL) und den  daraus resultierenden niedrigen Holzerlösen stand von Seiten der Waldbesitzer*innen, vertreten unter anderem durch die „AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst“, daher die geldwerte Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes auf der Liste der Forderungen an die Politik.

Ergebnis der Konferenz: Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, eine reine Flächenprämie, von der vor allem Großprivatwaldbesitzer profitieren würden, wird es aber für Waldflächen sicher nicht geben.

Meine Meinung zum Thema:

Die vielfältigen Leistungen, die naturnahe Wirtschaftswälder für unsere Gesellschaft erbringen, müssen honoriert werden. Eine leistungsabhängige Prämie kann dazu beitragen, dass eine mindestens naturgemäße, besser noch ökologische Bewirtschaftung zukünftig trotz der Unwägbarkeiten des Klimawandels sichergestellt wird.

Der notwendige Waldumbau zu klimatoleranten Mischwäldern darf nicht aufgrund mangelnder finanzieller Liquidität ins Stocken geraten. Gerade jetzt, wenn der Holzmarkt auf Jahre keine Erträge liefert und eine naturgemäße Waldbewirtschaftung sich damit nicht selbst finanziert, sollte eine Prämie für erfolgreichen Waldumbau und gezielten Klima- und Artenschutz in Erwägung gezogen werden. Die CO²- Abgaben für fossile Energieträger, welche in den Energie- und Klimafonds (EKF) fließen, könnten hier einen wichtigen Anteil zur Finanzierung erbringen.

Die Zertifizierung der Wälder nach FSC- und PEFC-Standards muss Grundvoraussetzung für eine mögliche Leistungsprämie sein. Darüber hinaus gehende (Waldumbau-)Maßnahmen, die Vitalität und Stabilität der Wälder erhöhen, und aktiv erbrachte Leistungen zur Steigerung der Biodiversität führen zu einer entsprechenden Erhöhung der Prämie: Wer mehr leistet, bekommt auch mehr. Nur so werden wir langfristig zukunftsfeste, ökologisch wertvolle Wirtschaftswälder schaffen bzw. erhalten und die Klimaschutzziele erreichen.

Von unschätzbarem Wert fürs Klima: intakte Mischwälder wie dieser Wald im Herbst
(Foto: pixaby/free photo)