Nachdem wir unseren Besuch in der Coworkerei in Gmund Corona-bedingt verschieben mussten, hat es nun endlich geklappt und wir waren Gäste in dem Coworking-Space am Tegernsee.

Wer diesen Ort des gemeinsamen Arbeitens nicht kennt: Anja Freitag und Florian Hornsteiner, die Geschäftsführer der Eventagentur flowmotion, haben mit der Coworkerei 2015 einen der ersten Coworking-Spaces im Oberland geschaffen. Darauf sind die beiden zurecht stolz. Sie stellen bis zu 20 Coworking-Arbeitsplätze und vier Besprechungsräume in ihrem ökologischen Holzhaus zur Verfügung, und sind so ein Ort für Innovation und Kreativität im Oberland geworden.

Gerade in Zeiten neuer Arbeitsformen, die sich durch die Corona-Krise verstärkt herausbilden, sehe ich die Coworkerei als Vorzeigeprojekt. Als forstpolitischen Sprecher der Grünen im Landtag freut mich natürlich besonders die nachhaltige Bauweise der Coworkerei. Nur wo unbedingt nötig, wurde hier Beton verbaut, wo möglich, haben Freitag und Hornsteiner ökologische Baustoffe eingesetzt und ein Vorzeigeprojekt für das Bauen mit Holz geschaffen.

Mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Holzhauses wird der Strom für die Corworkerei gewonnen, das Gebäude geheizt und seit Kurzem auch ein E-Auto geladen. Besser geht’s nicht und der Austausch mit kreativen Köpfen, die zeigen, wie Nachhaltigkeit im Alltag geht, macht einfach Spaß! Danke an Florian Hornsteiner für die interessante Führung durch die Coworkerei!

Hauptthema unseres Besuchs in Gmund war der Austausch mit Tanja Brunnhuber. Die Diplom-Geographin ist Expertin für Tourismusmarketing, Fahrradtourismus und Aktivtourismus, und damit eine Gesprächspartnerin über die sich mein Kollege Christian Zwanziger und ich an unserem Tourismustag im Alpenraum besonders gefreut haben. Brunnhuber ist mit ihrer Beratungsagentur Schnittstelle zwischen Kommunen und Touristikern und visiert bei ihrer Beratertätigkeit stets an, Wertschöpfung für die Region, langfristigen Mehrwert und eine gesunde Regionalentwicklung auf die Beine zu stellen.

Für uns besonders interessant war ihre Erfahrung in Sachen Mountainbike-Tourismus. Brunnhuber bestätigte uns in unserer Auffassung, dass ein faires Miteinander von Wanderen und Mountainbikern durchaus möglich ist. So wie das beispielsweise in Graubünden in der Schweiz passiert, wo „shared trails“, als geteilte Wege zwischen Wanderern und Radlern, der Standard sind. Alles unter der Prämisse „Fairtrail“, sprich der gegenseitigen Rücksichtnahme, Toleranz und eines fairen Umgangs miteinander.

Wir waren uns auch darin einig, dass es einerseits maßgeschneiderte Konzepte für einzelne Landkreise und Kommunen braucht, eine nachhaltige Tourismuslenkung aber nur mit einem überregionalen Blick gelingen kann. Und hier bleibt noch viel zu tun!