Die Arbeits- und Produktionsverhältnisse in den Schlachthöfen müssen sich ändern, und das schnell. Die Corona-Erkrankungen von Schlachthofarbeiter*innen zeigen die teils untragbaren Arbeitsbedingungen in den Schlachtfabriken überdeutlich. Das betrifft lange nicht nur das Land Nordrhein-Westfalen, auch in Bayern haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder von zahlreichen Neuinfektionen gehört. Wenn in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Tiere geschlachtet werden müssen, unter hohem Zeitdruck und auf engstem Raum, kommen Gesundheit und Arbeitsschutz schnell zu kurz. Der Preis für billiges Fleisch ist hoch.

Schlachtunternehmen sind dazu oft nur Auftraggebende für Schlachtmengen. Die Einhaltung der Arbeitszeiten oder Wohnstandards liegen in der Verantwortung der Subunternehmen. 2021 soll für Schlachtfabriken und Fleischindustrie mit dieser Praxis Schluss sein. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu transparenteren Arbeitsbedingungen. Doch auch bei den Wohnstandards muss Grundlegendes verbessert werden, manche Unterkünfte sind menschenunwürdig.

Alles hängt zusammen: Wir dürfen Menschen, Tiere und Umwelt nicht weiter ausbeuten. Wir Landtags-Grüne fordern deshalb, die Arbeits- und Produktionsverhältnisse in den Schlachthöfen so zu verändern, so dass faire Erzeugerpreise und Löhne gezahlt werden und die Arbeitsbedingungen sicher und gesund sind. Meine Kollegin Gisela Sengl, unsere Agrarpolitische Sprecherin, sagt ganz richtig: „Wir müssen das Metzger- und Fleischerhandwerk fördern und die Wertschätzung für Lebensmittel steigern.“

Mehr zu unserer grünen Haltung lesen Sie in unserem Positionspapier „Der hohe Preis für billiges Fleisch“.