Antragspaket Agroforst: Die Kombination Ackerbau – Gehölzen – Tierhaltung ist ein einzigartiges kulturelles Erbe unserer Landbewirtschaftung in Europa. Leider ist diese Art der Bewirtschaftung in Vergessenheit geraten. Dabei bietet sie große Chancen – für Bäuerinnen und Bauern und für die Natur!

Die Agroforstwirtschaft liegt brach in Bayern. Dabei ist ihr Potenzial gar nicht hoch genug einzuschätzen – aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten! Wir Grüne im Bayerischen Landtag wollen die Agroforstwirtschaft deshalb endlich nachhaltig in der bayerischen Landwirtschaft verankern. Sie stellt für Bäuerinnen und Bauern eine große Chance zur Klimaanpassung dar und kann eine von vielen Antworten auf die Klimakrise sein, die noch gefunden werden müssen. Und nicht nur das. Auch die Ökologie in unserer Agrarlandschaft kann enorm von der Agroforstwirtschaft profitieren – vorausgesetzt, diese vielversprechende Form der Landwirtschaft kommt endlich auch in Bayern an.

Worum geht es bei der Agroforstwirtschaft?

Bei dieser Art der Bewirtschaftung werden Gehölze mit Ackerbau und Grünlandnutzung oder Tierhaltung so kombiniert, dass positive Wechselwirkungen entstehen. Besonders wertvoll ist diese Form der Landnutzung aus ökologischer Perspektive, sie fördert die Humusbildung, stärkt die Artenvielfalt, schützt vor Erosion und Trockenheit, fungiert als Biotopverbund und vieles mehr. Zudem ist es eine Möglichkeit für Bäuerinnen und Bauern, auf zunehmende Trockenphasen zu reagieren und sich an die Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen. Durch die positiven Wechselwirkungen können Erträge sogar gesteigert werden.

Was wollen wir Grüne?

Uns Grünen geht es nun darum, die Agroforstwirtschaft als zukunftsweisenden Weg und Chance für eine klimaangepasste bayerische Landwirtschaft im Agrarförderrecht zu verankern. Die Vorteile sind so vielfältig, dass wir nicht verstehen können, warum in Bayern und Deutschland nicht längst mehr Gewicht auf diese Form der Landwirtschaft gelegt wird, wie es in unseren Nachbarländern schon seit Jahren passiert. Deutschland ist eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich, was die Etablierung von Agroforstsystemen betrifft. Und das, obwohl die EU bereits seit 2007 eine Förderung der Agroforstwirtschaft ermöglicht!

Es muss noch viel passieren in Europa: Grün sind Regionen mit aktivierter Förderung für agroforstwirtschaftliche Flächen, Rot die Regionen ohne Förderung. (Darstellung:
McAdam, J. (2019))

Es gibt viele Lippenbekenntnisse zur Agroforstwirtschaft in Bund und Land, passiert ist bislang nichts, was diese Art der Landnutzung wirklich in die Fläche gebracht hätte. Das wollen wir nun ändern! Wir wollen, dass die Agroforstwirtschaft als Maßnahme im bayerischen Kulturlandschaftsprogramm förderfähig wird. Daneben muss eine umfassende Wissenstransferkampagne gestartet, die Forschung intensiviert und erweitert und die Thematik in den Lehrplänen mindestens der Landwirtschaftsschulen verankert werden.

Unser grünes Antragspaket zur Agroforstwirtschaft, „Bäume auf Äcker, Wiesen und Weiden“ umfasst sieben Einzelanträge. Diese werden am Mittwoch, 27. Mai, im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags (ab 9.15h live auf dem Youtube-Kanal des Landtags) behandelt.

Mehr dazu auf der Seite der Grünen Fraktion Bayern.

Detailliertere Informationen finden Sie hier: