Unsere Gäste der Ökoschule Weilheim, Andreas Krahl, MdL, und ich im Plenarsaal des Bayerischen Landtags. (Foto: Büro Urban)

Auf diese Diskussion habe ich mehr sehr gefreut. Schüler der Fachschule Ökologischer Landbau Weilheim waren kürzlich – noch vor Corona – zu Gast bei meinem Kollegen Andi Krahl und mir im Maximilianeum. Wir hatten Gelegenheit, eine Stunde miteinander zu sprechen unter anderem natürlich über die aktuelle Landwirtschaftspolitik in Bayern. Im Gespräch konnte ich einmal mehr feststellen: Die Ökoschüler drückt der Schuh an den Stellen, wo er auch uns Grüne drückt.

Da kam zum Beispiel die Frage nach der Vorreiterrolle des Staates. Etwa beim Heizen mit Holz zur Entlastung des aktuell angespannten Holzmarktes. In dieselbe Richtung stieß die Frage nach Bio-Lebensmitteln in Kantinen. Warum der Staat hier nicht den Absatzmarkt ankurble, indem er mehr Bio in Ämtern, Behörden und Schulen anbiete. „Warum wird das in staatlichen Kantinen nicht einfach durchgezogen?“

Kollege Krahl schilderte dazu ganz treffend seine Beobachtungen von einem Besuch in Passau. „Wenn in unserer heutigen Zeit Leiter von Seniorenheimen noch immer stolz darauf sind, dass sie ihre Bewohner für 3,47 Euro am Tag verpflegen, dann ist das System grundverkehrt“, so Krahl. Der Staat müsste hier seiner Vorbildrolle gerecht werden, das sehen die Ökoschüler ganz richtig. Macht er aber nicht. Anträge von uns Grünen, die einen definierten Prozentanteil an Bio-Lebensmitteln in staatlichen Einrichtungen vorgeben, werden mit schöner Regelmäßigkeit von CSU und Freien Wählern abgelehnt. Dabei machen es selbst private Unternehmen heute dem Staat schon vor und lassen ihre Kantinen mit einem sehr hohen Bioanteil arbeiten. Einer der Ökoschüler drückte es ganz richtig aus, als er sagte: „Gerade in staatlichen Einrichtungen wäre so ein großes Potenzial da.“ Ich kann da nur auf die Studie „Mehr Bio für Bayern!“ verweisen, die die Grüne Landtagsfraktion in Auftrag gegeben hat. Auch hier ist das Ergebnis ganz deutlich und belegt genau das, was der Ökoschüler so unverständig zum Ausdruck gebracht hat.

Auch interessierte es die Schülerinnen und Schüler, was denn mit Anträgen der Opposition passiere, die in der Sache gut wären. Nun, leider werden diese in steter Regelmäßigkeit abgelehnt. Es sei denn es handelt sich um Berichtsanträge. Wenn es aber um konkretes Handeln geht, Fehlanzeige. Hier hat mein Kollege Krahl recht, wenn er sagt: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Denn so passiert es tatsächlich immer wieder, das ursprünglich grüne Anträge einige Monate später als Anträge der CSU oder der Freien Wähler wieder vorgelegt werden, teilweise beinahe wortgleich. Das stimmen wir dann alle gerne zu. Und einer der Schüler sprach mir aus der Seele, als er sagte: „Kann man nicht mal an einem Strang ziehen und sagen, genau da müssen wir hinkommen, und nicht immer um Kleinigkeiten streiten uns sich gängeln untereinander.“

Leider hatte ich hier wieder ein schönes Gegenbeispiel. Unser grüner Antrag für eine Holzbau-Offensive in Bayern. Die haben wir bereits vor Monaten gefordert, natürlich wurde sie im Bauausschuss abgelehnt, da müsste die Regierung ja mal was machen, was nicht aus den Reihen von CSU oder Freien Wählern angestoßen wurde. Heute spricht die Regierung selbst von einer Holzbau-Initiative, die sie lostreten will. Uns bleibt also nur: Druck aufbauen, Druck aufbauen, Druck aufbauen.

Gut hat mir auch gefallen, was einer der Schüler zu den Bauernprotesten vor allem in Bezug auf die Düngeverordnung gesagt hat: „Wenn wir jetzt da immer weiter jammern, stellen wir uns als die hin, als die, die gegen Grundwasserschutz uns so weiter sind. Der Zug ist abgefahren.“ Das unterstützt, was ich schon lange sage. Unsere Höfe leben heute von der Substanz. Und wenn wir das System nicht schleunigst umbauen, werden wir erleben, wie noch mehr Betriebe sterben. Der Nebenerwerb stützt heute die Landwirtschaft. Unser Anspruch als Bauern muss es sein, dass uns die Gesellschaft als Umweltschützer wahrnimmt. Wir müssen die Spitze der Umweltbewegung sein.

Zum Abschluss. Auf meine Frage, wer von einem Biobetrieb kommt, gingen fast alle Hände in die Höhe. Die Biobauernzukunft – sie wird eine gute!