Die Schülerinnen und Schüler des SFZ Bad Tölz mit ihren Begleiter*innen und Hans Urban in der Friedrich-Bürklein-Halle im Maximilianeum in München. (Foto: Büro Urban)

28 junge Damen und Herren des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ) Bad Tölz haben mich am Donnerstag, 6. Februar, im Maximilianeum in München besucht. Begleitet wurden die 12- bis 16-jährigen Schüler*innen von drei Lehrerinnen, Alexandra Bednara, Sabine Brandstetter und Ilona Minnameier, und Schulbegleiter Franz Sedunko.

Sie bekamen einen Eindruck, wie Plenardebatten im bayerischen Landtag ablaufen. Auf der Besuchertribüne durften sie von oben eine knappe Stunde die Debatte zur aktuellen Stunde beobachten. Thema: „Taten statt Worte: Die Zukunft der Feuerwehren nachhaltig sichern!“ Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen von Florian Siekmann, meinem grünen Fraktionskollegen und dem mit 25 Jahren jüngstem Mitglied im Landtag. Als er ans Mikrofon trat und gleich zu Beginn seine Kampfeslust betonte, wurde die Debatte lebendig. Er erzählte von seinen eigenen Jahren in der Jugendfeuerwehr und fand einfache, aber klare Worte für die Belange der Feuerwehr. Das kam gut an, nicht nur oben auf der Besuchertribüne.

Durch den Landtagsfilm bekamen die Schülerinnen und Schüler dann einen umfassenden Einblick in die Funktionsweise unserer Demokratie und des bayerischen Landtags. Dass das Maximilianeum geschichtlich viel Interessantes zu bieten hat, erfuhren sie, als wir noch einen kurzen Abtecher in den Steinernen Saal machten. Hier konnten die Jugendlichen einen Blick auf das Modell der Dampflokomotive werfen, das im Grundstein des Maximilianeums gefunden worden war. Es wird vermutet, dass es der 44-jährige Architekt Friedrich Bürklein gewesen ist, der dem bayerischen König die höchst ungewöhnliche Idee vermittelte, ein großes Lokomotivmodell in den Grundstein einzulegen.

Wie der Fund 1998 ablief? Zunächst glaubte Jovan Popovic am Nachmittag des Faschingsdienstags 1998 mit seinem Presslufthammer einen Luftschacht angebohrt zu haben. Für den Einbau einer Rolltreppe zur Tiefgarage des Maximilianeums musste das Bodenniveau um 40 cm gesenkt und dabei auch eine Türschwelle beseitigt werden, die direkt auf der Grundmauer lag. Der rasch herbeigeholte Bauschlosser stellte fest, dass es sich um eine Bleikassette handelt. Als dann die beiden die Kiste öffnen und mit einer Taschenlampe hinunterleuchten, blitzt es golden und gläsern zurück: der Grundstein des Maximilianeums ist mit seinen Beigaben nach gut 140 Jahren wieder ans Tageslicht gekommen.

Bevor die Besucher*innen in der Landtagsgaststätte ein Mittagessen serviert bekamen, hatten wir noch Gelegenheit zur Diskussion. Mit Fragen zur Digitalisierung in Schulen, zur Bedeutung des Handwerks, zur Vereinbarkeit von Fridays for Future und der Schulpflicht oder dem Potenzial von E-Antrieben in der Mobilitätswende griffen die Schüler*innen ganz aktuelle Themen auf. Und auch die Frage nach der Legalisierung von Cannabis blieb nicht aus, wie so oft bei jungen Besucher*innengruppen.