Die Grünen-MdLs Ludwig Hartmann und Hans Urban besuchten kürzlich die Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) für einen Gedankenaustausch mit EWO-Leiter Stefan Drexlmeier und Dr. Anne von Streit, INOLA-Projektleiterin der Ludwig-Maximilians-Universität München

EWO-Leiter Stefan Drexlmeier, die Grünen-Abgeordneten Hans Urban und Ludwig Hartmann, Martina Raschke, Bürgermeisterkandidatin in Geretsried, Dr. Anne von Streit, INOLA-Projektleiterin der LMU, und Energiemanager Andreas Scharli. (Foto: Büro Urban)

Penzberg – Über die Energiewende und wie sie in Bayern und insbesondere im Oberland zu erreichen ist, haben der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, der Eurasburger Landtagsabgeordnete, Hans Urban, sowie die Bürgermeisterkandidatin der Grünen aus Geretsried und Mit-Gründerin der Energiewende Oberland, Martina Raschke, kürzlich mit Stefan Drexlmeier, EWO-Leiter, und Dr. Anne von Streit, INOLA-Projektleiterin an der LMU, und Energiemanager Andreas Scharli gesprochen.

Die VetreterInnen der Grünen waren nach Penzberg gekommen, um mit Drexlmeier und von Streit über die Ergebnisse des INOLA-Projekts zu diskutieren. Das Ziel des 2015 gestarteten Projekts: die wissenschaftliche Begleitung und Entwicklung von Maßnahmen, um Klimaneutralität im Oberland bis 2035 zu erreichen.  Gemeinsam mit regionalen Entscheidungsträgern und BürgerInnen wurden Lösungsansätze und mögliche Wege und Anreize für eine nachhaltige und sinnvolle Energieversorgung erarbeitet. Nach fünf Jahren Forschung im Oberland, genauer in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau, liegen nun die Ergebnisse auf dem Tisch. Zusammengefasst bestätigen diese: Wenn wir das Energiewendeziel, die Region vollständig im Jahr 2035 mit erneuerbaren Energien zu versorgen, erreichen wollen, ist ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien im Oberland genauso unablässig wie eine verstärkte Energieeinsparung.

Deutlich geworden ist dabei auch, dass wir unseren Bedarf an Energie nicht über den ausschließlichen Ausbau von gebäudegebundenen Anlagen erreichen werden. Es wird also nicht reichen, lediglich um ein Vielfaches mehr an Photovoltaik-Anlagen auf Dächer zu packen. Wir brauchen auch die Windkraft. Nur mit einer Kombination und dem Ausbau beider Quellen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie werden wir unserem Ziel näherkommen. Doch der Windkraft steht die 10H-Abstandsregelung im Weg, von der Ministerpräsident Markus Söder auch gegen Expertenmeinungen nicht abrücken möchte: Im Oberland wäre eine Fläche von 10 Prozent geeignet für Windkraft, zieht man Siedlungen, Straßen und Schutzgebiete ab, in deren Nähe keine Anlagen erlaubt sind. Doch legt schon die 9. Fortschreibung des Regionalplans von 2015 lediglich sechs Vorranggebiete, also Gebiete in denen Windräder errichtet werden dürfen, fest. Das sind 0,6 Prozent der Gesamtfläche. Dabei waren anfangs 20 solcher Vorranggebiete im Gespräch. Wendet man dann noch die 10H-Regel an, bleiben am Ende 0,15 Prozent der Fläche des gesamten Oberlands für Windräder übrig.

Ich bin überzeugt, dass wir auch um gesellschaftliche Veränderungen nicht herumkommen werden, wenn wir die Energiewende schaffen möchten. Denn der Ausbau der Erneuerbaren und das Einsparen von Energie bedeutet auch ein Umdenken in der Gesellschaft. Was auch klar ist: Wir müssen die Erneuerbare Energien stärker fördern, wenn wir das Energiewendeziel erreichen wollen. Darin sind wir Grüne uns mit Drexlmeier und von Streit wie in so vielen Punkten einig.

Allen, die sich intensiver mit dem Thema beschäftigen wollen, sei die Homepage des INOLA-Projekts mit allen Berichten empfohlen.