Pressemitteilung: MdL Hans Urban und der Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag Klaus Koch starten grüne Wirtschaftstour bei der „Rudolf Chemie“ in Geretsried

Klaus Koch, Dr. Wolfgang Schumann, Hans Urban und Dr. Gunther Duschek (v.li.) auf dem Dach der Firma „Rudolf Chemie“ in Geretsried. (Foto: J. Koch)

Bad Tölz-Wolfratshausen – Auftakt der Wirtschaftstour „Grün trifft Wirtschaft“: Unter diesem Motto statteten der Landtagsabgeordnete Hans Urban und der Sprecher der grünen Kreistagsfraktion Klaus Koch kürzlich der Firma „Rudolf Chemie“ in Geretsried einen Besuch ab. Zum Auftakt der für Herbst und Winter 2019/2020 geplanten lokalen Wirtschaftstour tauschten sich die beiden Grünen-Politiker mit den Geschäftsführern von „Rudolf Chemie“, Dr. Wolfgang Schumann jun. und sen., sowie Dr. Gunther Duschek, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung, aus. „Im direkten Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern im Landkreis wollen wir deren Anliegen und Positionen kennen lernen, aber auch unsere eigenen Forderungen direkt in die Wirtschaft tragen“, so Urban über die Zielsetzung der Tour.

Welche Forderungen haben die Wirtschaftstreibenden an Kommunal- und Landespolitik? Wie können wir gemeinsam dafür sorgen, dass Wirtschaften nachhaltiger wird? Wie lässt sich die Branche in der Region stärken? An welchen Stellschrauben gilt es für eine erfolgreiche Zukunft zu drehen? Mit diesen Fragen treten die beiden Politiker im Rahmen der Tour ganz konkret an die Unternehmen heran.

Themenschwerpunkte beim ersten Treffen waren die Bereiche Wohnen, Verkehr und Energieversorgung. „Es braucht neuen Wohnraum und neue Wohnformen: höher, dichter, günstiger“, so Koch. „Das wurde im Gespräch mit der Firma Rudolf sehr deutlich.“ Für potenzielle Mitarbeiter*innen müsse die Region auf diese Weise attraktiver werden. „Ohne bezahlbaren Wohnraum wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen.“

„Daneben brauchen wir eine radikale Verkehrswende“, so Urban. „Unternehmen wir Rudolf Chemie sind auf ein funktionierendes Mobilitätsnetz angewiesen. Wir können nicht auf die S-Bahn-Verlängerung in 10 plus x Jahren warten. Wir brauchen jetzt Alternativen wie eine Schnellbusverbindungen nach München, staufreie Straßen, ein gutes Busnetz im Oberland. Öffentlicher Verkehr muss die Straße entlasten und unsere grünen Klimaziele befördern.“

Im Gespräch wurde zudem deutlich, dass ein enormes Verbesserungspotenzial bei der Energieerzeugung und -versorgung bestehe. „Firmen wie Rudolf Chemie sind dringend darauf angewiesen, dass es im Rahmen des Atomausstiegs zu keinen Versorgungsengpässen kommt. Wir müssen auch deshalb verstärkt auf Windkraft, Sonnenenergie und regenerative Fernwärme setzen“, so Koch. Dr. Wolfgang Schumann betonte: „Mit dem Atomausstieg bis 2022 ist ohne die notwendige Nord-Süd-Infrastruktur und allein mit einem weiteren regenerativen Ausbau die Deckung der Grundlastlücke in Bayern nicht darstellbar. Es wird an Zeit zur notwendigen Umsetzung und an Leistung fehlen.“ Die Industrie habe „massive Sorgen ob der Versorgung mit Strom und dessen Preises“, so Schumann. „Es besteht die Gefahr, dass in Süddeutschland eine neue Strompreiszone entsteht, welche dann aufgrund höherer Strompreise wettbewerbsnachteilig ist.“

Die beiden grünen Politiker waren überrascht, in wie vielen Fragen ihre Partei und das Unternehmen gleiche oder ähnliche Lösungen anstreben. „Es ist unbedingt notwendig, den Dialog mit der Wirtschaft vor Ort aufrecht zu erhalten. Ich bin überzeugt, dass der Austausch zu fruchtbaren Lösungen führen kann, die die Interessen der Unternehmen und die Politik der Grünen verbinden“, resümierte Urban.  

In loser Reihenfolge werden in den kommenden Monaten weitere „Grün trifft Wirtschaft“-Treffen in der Region stattfinden.