Zusammen mit meinen Fraktionskolleginnen Gabriele Triebel und Sanne Kurz habe ich kürzlich das Badehaus in Waldram besuchen dürfen. Was hier im vergangenen Jahr durch unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements geschaffen worden ist, ist von unvergleichlichem Wert für die Erinnerungskultur in unserem Landkreis.

Sybille Krafft (3. v. li.) führte meine MdL-Kolleginnen Gabriele Triebel (5. v. li.) und Sanne Kurz (7. v. li.) und mich durch den Erinnerungsort Badehaus. (Fotos: privat)

Im Badehaus ist Geschichte wie im Zeitraffer erlebbar und der Ort ein Mahnmal dessen, was zu unser aller Vergangenheit gehört: Von 1940 an errichteten die Nationalsozialisten im Wolfratshauser Forst eine Mustersiedlung für Rüstungsarbeiter. Gegen Kriegsende führte hier der KZ-Todesmarsch vorbei. Dann wurde Föhrenwald zu einem Lager für jüdische Displaced Persons (DP), die den Holocaust überlebt hatten. Ab 1956 wurden meist katholische, kinderreiche Heimatvertriebene angesiedelt und der Ort bekam den Namen Waldram.

Im heutigen Erinnerungsort, dem Badehaus, werden die vielen (Lebens-)Geschichten anschaulich dargestellt, die dieser Ort erzählen kann. Wir verdanken es engagierten Bürgerinnen und Bürgern, dass das Badehaus nicht abgerissen wurde und dort stattdessen heute einen Ort der Erinnerung, der Begegnung und des Lernens zu finden ist.

Sybille Krafft, die Vorsitzende des Vereins “Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald”, führte uns durch das Museum und brachte uns die bewegte Geschichte dieses Hauses und des ehemaligen DP-Lagers Föhrenwald näher. Ihr motiviertes Team und sie selbst leisten hier höchstprofessionelle und pädagogisch wertvolle Gedenkarbeit auf lokaler Ebende. Leider werden die aktuellen Strukturen des Freistaats Bayern im Bereich der Erinnerungskultur diesen Formen ehrenamtlichen Engagements nicht gerecht. Es fehlt an einem umfassenden Gesamtkonzept und mehr (finanzieller) Wertschätzung für die tatkräftigen Akteure vor Ort. Umso größer ist unser Dank für dieses Engagement.