Landtagsvizepräsident Thomas Gehring und MdL Hans Urban zu Gast im Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) in Bad Tölz

Die Abgeordneten Hans Urban und Thomas Gehring zu Besuch im SFZ Bad Tölz bei den Schulleitern Klaus Koch, Bernd Daiberl und Kilian Spindler. (Foto: privat)

Bad Tölz – Zum schulpolitischen Austausch mit dem Schulleitungsteam um Klaus Koch und die beiden Konrektoren Bernd Daiberl und Kilian Spindler kamen Kollege Thomas Gehring und ich am Donnerstag, 5. September, ans SFZ nach Bad Tölz. Wir hatten ganz konkrete Fragen zur Aufstellung des Förderzentrums hinsichtlich Ganztagesschule, Digitalisierung und Schulbegleitung mitgebracht.

Noch hatten wir auch Gelegenheit, die vom Landkreis getragene umfassende Sanierung des SFZ mitzubekommen. Bald soll die Baustelle aber fertig sein. Schulleiter Klaus Koch sagte, er freue sich schon, die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien in den sanierten Klassenzimmern mit neuen Fenstern und Lüftungsanlage begrüßen zu dürfen. Bald nach Schulstart sollen dann auch die Aula und eine neue Schulküche eingeweiht werden.

Ich wünsche allen, Schüler*innen und Lehrer*innen einen guten Schulstart in wenigen Tagen!

Besonders intensiv tauschten wir uns zum Thema Digitalisierung aus. Koch betonte, dass eine zeitgemäße digitale Ausstattung eine Notwendigkeit sei. „Hier gibt es weiterhin erheblichen Bedarf“, sagte Koch. Dringend bedürfe es eines „digitalen Hausmeisters“ an allen Schulen. Der Grund: „Oft sind es die kleinen Probleme, die den Einsatz digitaler Medien verhindern. Mal geht der Beamer nicht, mal die Netzwerkverbindung. Die Wartung und Pflege der anwachsenden digitalen Ausstattung der Schulen muss durch eine externe Kraft übernommen werden.“ Die Schulen würden sich hier mehr Unterstützung wünschen. Mit den Digitalisierungsmitteln von Freistaat und Bund würden zwar viele Geräte beschafft, diese jedoch bräuchten Wartung, Pflege und Konzepte für die Ersatzbeschaffung.

Kollege Gehring und ich verwiesen auf unseren Grünen-Antrag zu genau diesem Thema. Das sind Sorgen, die von vielen Schulen an uns herangetragen werden. Thomas Gehring brachte es auf den Punkt: „Digitalisierung und Professionalisierung der Systembetreuung heißt nicht, dass die Informatik-Lehrkräfte ihre Freizeit opfern müssen oder Anschaffungen ungenutzt herumstehen. Ein vom Freistaat bezahlter IT-Hausmeister muss hier Abhilfe schaffen und gute digitale Bildung gewährleisten, während sich die Lehrkräfte auf den Unterricht konzentrieren können.“

Besonders zeitraubend sei am SFZ auch die Abrechnung des Mittagessens, erklärte uns Koch. Schüler im Rahmen der gebundenen Ganztagsschule müssen ihr Mittagessen bezahlen, Schüler, die aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse einen Bildungsgutschein haben, bekommen das Essen kostenlos. „Oft laufen diese Bildungsgutscheine während des Schuljahres aus oder die Eltern sind knapp über der Bemessungsgrenze“, so Koch, und weiter: „Für uns wäre es eine Riesenerleichterung, wenn wir nicht mehr dem Essensgeld hinterherrennen müssten. Das ist sehr zeitaufwändig und oft unerfreulich.“

Beim Thema Schulessen sehe ich den Freistaat noch ganz anderweitig in der Pflicht. Im Rahmen des Artenschutzgesetzes ist ganz klar festgelegt worden, wo Bayern bis 2030 hinwill, nämlich zu 30 Prozent Ökolandbau. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, muss der auch Freistaat für nachhaltig und regional erzeugtes Essen in den Schulkantinen sorgen. Hier kann von heute auf morgen die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln gesteigert werden. Und zusätzlich käme diese Maßnahme der Gesundheit der bayerischen Schülerinnen und Schüler zu Gute.

Auch die Schulbegleitung am SFZ kam bei unserem Besuch zur Sprache. Insgesamt ist in Bayern hier eine starke Zunahme zu verzeichnen, immer mehr Schüler brauchen individuelle Begleitung, um den Ansprüchen der Inklusion, aber auch dem Schulbesuch an sich gerecht zu werden. Koch: „Die Inklusion schreitet voran. Wir betreuen hier mehr als 130 Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den Regelschulen. Darunter sind auch einige Kinder mit Schulbegleitung. In diesen Fällen wäre es oft denkbar, dass mehrere Schüler von einem Pool von Schulbegleitern unterstützt werden. Diese könnten dann flexibler. aber auch langfristiger an der Schule eingesetzt werden. Und wir hätten die Möglichkeit, Kosten zu sparen, ohne Qualität zu verlieren.“

Zuletzt haben wir Grüne im Landtag uns diesem Thema unter anderem mit einer Anfrage zur Situation der Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter in Bayern angenommen.