Anfrage des Abgeordneten Hans Urban/BÜNDNIS 90, Die Grünen vom 08.08.2019:

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat einen Fund des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) in Miesbach bestätigt. Der ALB ist ein aus Asien eingeschleppter Quarantäneschädling, der bei uns gesunde Laubbäume befällt, und diese bei starkem Befall zum Absterben bringen kann. Der Käfer wird meist in Verpackungsholz aus Asien eingeschleppt. Hier gilt seit einigen Jahren der IPPC-Standard ISPM Nr. 15 bei der Einfuhr von Verpackungsholz. Dabei muss das Holz entweder im Holzkern 30 Minuten lang auf eine Temperatur von 56 Grad Celsius erhitzt oder begast werden. Hat der ALB im Freiland Bäume besiedelt, ist die einzige Bekämpfungsmöglichkeit die Vernichtung der Bäume. Eine Ausbreitung des ALB ist daher zu verhindern.

Ich frage die Staatsregierung:

1.a) Wann ist der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) das erste Mal in Bayern aufgetreten?
1.b) An welchen Standorten ist er seitdem aufgetreten? (Bitte nach Jahr und Standort aufschlüsseln)

2.a) Ist seit dem erstmaligen Auftreten des ALB in Bayern eine Ausbreitung zu beobachten?
2.b) Wenn ja, wie und in welchem Zeitraum erfolgte die Ausbreitung?

3.a) Wurden seit dem erstmaligen Auftreten des ALB in Bayern die Kontrollen des Instituts für Pflanzenschutz an der Landesanstalt für Landwirtschaft auf die Quarantäne-Schädlinge Asiatischer Laubholzbockkäfer und Citrusbockkäfer von Importen mit Verpackungsholz verstärkt?
3.b) Wurden diese Kontrollen neben den Flughäfen auch auf andere Einfuhrstellen erweitert?
3.c) Wenn nein, warum wurden diese Kontrollen nicht verstärkt und erweitert?

4.a) Wurden mittels Stichproben auch Material untersucht, das gem. dem IPPC-Standard ISPM Nr. 15 für Holzverpackungsmaterial gesichert ist?
4.b) Wenn ja, in welchem Umfang wurden diese Stichproben durchgeführt?
4.c) Wenn nein, warum nicht?

5.a) Wurde bei Baumaßnahmen, bei denen größere Mengen asiatischer Natursteine auf Verpackungsholzpaletten eingesetzt wurden, in den Folgejahren ein Monitoring der umliegenden Baumbestände auf ALB-Befall durchgeführt?
5.b) Wie viele dieser Untersuchungen wurden durchgeführt?
5.c) In wie vielen Fällen wurde ein Befall mit dem ALB festgestellt?

6.a) Ist der Staatsregierung bekannt, in wie vielen Fällen bei öffentlichen Aufträgen Natursteine aus Ostasien verbaut wurden?
6.b) Wird seit dem erstmaligen Auftreten des ALB bei öffentlichen Aufträgen auf den Einsatz von Natursteinen aus Ostasien verzichtet?
6.c) Wenn nein, warum nicht?

7.a) Wie viele Bäume wurden in Miesbach bereits gefällt und bei wie vielen der gefällten Bäume wurde anschließend tatsächlich ein Käferbefall festgestellt?
7.b) Wie viele sog. potentielle Wirtsbäume befinden sich noch in der Befallszone?
7.c) Wann werden diese gefällt?

8.a) Welches konkrete Gebiet umfasst die Befallszone inzwischen? 
8.b) Gibt es eine Chance durch intensives Monitoring die dort vorhandenen Bäume zu erhalten?
8.c) Welche Baum- und Straucharten wurden in der Befallszone vorsorglich gefällt?

(Beitragsfoto: Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL))