MdL Hans Urban fordert nicht nur einen Bericht der Staatsregierung, sondern will Taten sehen: „Wir brauchen grundlegende Verbesserungen für die sensible Ökologie an der Oberen Isar.“

Krün/München – Die Isar bei Krün, unterhalb von Wallgau, liegt erneut trocken, und das auf einer Länge von 800 Metern. Dieses Schauspiel, auf das jede*r Naturliebhaber*in gerne verzichten würde, wiederholt sich damit seit 1995 bereits zum 40. Mal. Wie viele Fische diesmal verenden werden, weil das Wasser im Kies versickert, ist noch unklar. „Es wiederholt sich hier, was wir seit Jahren kennen und was mit den Jahren ein immer größeres Problem wird: Bei Hochwasser öffnet die Betreiberfirma des Walchenseekraftwerks den Staudamm bei Krün, Tausende Kubikmeter Kies spült es durch das Wehr, diese häufen sich weiter flussabwärts an und sobald die Isar wieder normal oder wenig Wasser führt, versickert sie im Gestein“, erklärt MdL Hans Urban den Mechanismus, der sich über Jahre eingespielt hat und als eines der größten ökologischen Probleme der Isar einzustufen ist. „Das hat verheerende Auswirkungen. Jedes Mal verenden dabei tausende Wasserlebewesen qualvoll und die Überschwemmungsgefahr steigt beim nächsten Hochwasser.“

„So traurig der aktuelle Zustand der Isar bei Wallgau ist, er zeigt deutlich, dass mein Berichtsantrag genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist und auch, dass eine Neuverhandlung der Wasserrechte, bei der die Ökologie an erster Stelle stehen muss, überfällig und bitter nötig ist“, sagt Urban. „Es ist einfach überfällig, dass hier etwas passiert. Ein Bericht der Staatsregierung darüber, wie sie sich die Zukunft des Walchenseekraftwerks und der Isar vorstellt, kann dabei nur der Anfang sein. Dann müssen Taten folgen, um endlich grundlegende Verbesserungen für die sensible Ökologie an der Oberen Isar zu erlangen.“

Urban weiter: „Wir haben die Staatsregierung ganz explizit nach dem Geschiebemanagement am Krüner Wehr gefragt, danach, wie sie es verbessern will, und wie sie den Nutzen eines Kiesfangs oberhalb des Wehrs beurteilt. Die TU München hat ja bereits aufgezeigt, dass ein solcher sinnvoll wäre.“ Der Bericht der Staatsregierung ist für Herbst zu erwarten. Für MdL Hans Urban ist klar: „Ökostrom muss ökologisch werden. Nicht nur in der Gewinnung, sondern auch, was die Auswirkungen dadurch auf die Umwelt betrifft. Die Situation, die wir aktuell wieder beobachten, zeigt ganz deutlich, dass hier riesengroßer Handlungsbedarf besteht.“

(Beitragsbild: Rettet die Isar e.V.)