ÖPNV-Haltestellenstudie: Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen schneidet nicht gut ab. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist die Lage besser

München/Bad Tölz-Wolfratshausen/Garmisch-Partenkirchen – Das gemeinnützige Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“ hat eine bundesweite Studie zur Erreichbarkeit von Haltestellen veröffentlicht, die zeigt, dass der ÖPNV im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unterentwickelt ist. Untersucht wurde, wie viele Menschen eine ausreichende Versorgung mit Haltestellen haben. Als Messgröße gilt die vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) empfohlene maximale Weglänge von der 600 Metern zwischen Wohnung und einer Bushaltestelle oder Bahnhaltepunkt bzw. 1200 Metern Luftlinie zum nächsten Bahnhof, von dem wenigstens 20 Abfahrten am Tag möglich sind.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben laut Definition des BBSR in Deutschland knapp 80 Prozent der Menschen eine Haltestelle in ausreichender Nähe. Damit erreicht der Landkreis im bundesweiten Vergleich Platz 292. „Ich sehe hier noch großes Entwicklungspotenzial“, sagt MdL Hans Urban. Im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen ist die Lage besser. 93 Prozent der Menschen haben hier eine Haltestelle in der Nähe, der Landkreis rangiert damit deutschlandweit auf Platz 185.

„Wenn wir unser Klima schützen wollen, brauchen wir die Verkehrswende. Zudem wünschen sich die Menschen Alternativen zum Auto. Ein flächendeckendes, hochwertiges Angebot von Bus und Bahn ist deshalb ein Muss. In Tölz und Garmisch muss die Verkehrswende deshalb weiter voranschreiten, wir brauchen mehr Buslinien, Haltestellen und Fahrten möglichst im Stundentakt.“

Die Grünen im Bayerischen Landtag wollen eine Mobilitätsgarantie für alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern. Das bedeutet einen Stundentakt von morgens, fünf Uhr, bis Mitternacht an allen Werktagen auf einem dichten Streckennetz. „Ein gutes Nahverkehrsangebot ist nicht nur für Pendler wichtig, sondern auch ein Standortvorteil für Unternehmen.  Und gleichzeitig ist es noch ein notwendiger Schritt auf dem Weg zum Verfassungsziel gleichwertiger Lebensverhältnisse“, so Urban.