Walchenseekraftwerk erreicht den Landtag: MdL Hans Urban fordert, die Wasserrechte unter Rücksichtnahme auf die Ökologie an der Isar neu zu verhandeln

München/Bad Tölz/Garmisch-Partenkirchen – „Der Freistaat muss diese historische Chance nutzen, um bedeutende ökologische Verbesserungen an der Oberen Isar und ihren Zuflüssen zu erzielen und gleichzeitig der Energiegewinnung durch Wasserkraft den Rücken zu stärken“, sagt MdL Hans Urban. Hintergrund seiner Aussage: Im Jahr 2030 laufen die Wasserrechte des Betreibers des Walchenseekraftwerks Uniper aus. Fristgerecht muss der Freistaat dem Unternehmen im Sommer 2020 ankündigen, über die Nutzungsrechte neu verhandeln zu wollen, ansonsten verlängern sich diese automatisch um 25 weitere Jahre. MdL Urban und die grüne Landtagsfraktion sehen darin die Chance für einen Neuanfang an Walchensee und Oberer Isar.

Diesem Neuanfang will Urban mit seinem Antrag an die Staatsregierung die richtige Stoßrichtung geben: „Die Obere Isar ist der letzte alpine Wildfluss Deutschlands. Trotz ihres besonderen Werts ist es um den ökologischen Zustand der Isar leider schlecht bestellt. Der Freistaat muss deshalb die ökologischen Interessen gegenüber den wirtschaftlichen Interessen des Betreibers des Kraftwerks deutlich stärken.“ Es gelte, so Urban, „einen Kompromiss zu finden, der in dieser komplexen Gemengelage sowohl dem Naturschutz als auch der Wasserkraft in möglichst hohem Maß gerecht wird“. Urban möchte der Frage, wie es am Walchenseekraftwerk weiter geht, mit seinem Antrag eine möglichst große Öffentlichkeit bereiten: „Transparenz bei den Verhandlungen ist aus meiner Sicht das A und O.“

Seit 1924/28 wird ein Großteil des Wassers der Oberen Isar zur Energieerzeugung zum Walchenseekraftwerk abgeleitet. Seit 1990 gesteht Uniper der Isar wieder eine geringe Restwassermenge zu. Die natürliche Dynamik eines Wildflusses geht dennoch zunehmend weiter verloren. „Die ökologischen Folgen davon, dass am Krüner Wehr ein Großteil des Isarwassers zum Walchensee abgeleitet wird, sind mit dem heutigen Verständnis vom Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie nicht zu vereinbaren“, sagt Urban.

Bei den Neuverhandlungen der Wasserrechte müssten deshalb Umweltbelange genauso wie regionale Interessen berücksichtigt werden. Urban: „Der Strom aus der Wasserkraft am Walchensee muss echter Öko-Strom sein und darf keine ökologische Katastrophe an den Zuflüssen hinterlassen.“

Die Kreistagsfraktion der Grünen sieht das ebenso. Wie Fraktionssprecher Klaus Koch mitteilt, habe seine Fraktion einen Sachstandsbericht zum Walchenseekraftwerk und dem Auslauf der Verträge zum 30. September 2020 gefordert: „Unser Ziel ist es, mehr ökologische Qualität in neuen Verträgen zu verankern.“