Meine Anfrage an die Staatsregierung, wie sie Waldbesitzer besser entlasten will, wenn wie im Jahr 2018 Dürre und Käferbefall zu einer angespannten Situation am bayerischen Holzmarkt führen. Die Antwort finden Sie im PdF.

Die lang anhaltende Dürre 2018 setzte vor allem den bayerischen Wäldern sowie ihren Waldbesitzern kräftig zu. Denn während zu Beginn des dritten Quartals das Käferholzaufkommen in Bayern auf einem relativ normalen Niveau lag, stiegen die Zahlen ab August rasant an. Neben den bekannten Käferregionen der letzten Jahre mehrten sich zudem die Meldungen von frischem Stehendbefall im Norden Bayerns. Dadurch wurden nahezu alle verfügbaren Arbeitsressourcen in die Käferholzaufarbeitung gelenkt. Die
Situation am bayerischen Holzmarkt war daher angespannt wie schon lange nicht mehr. Die großen kalamitätsbedingten Holzmengen aus den von Sturm Friederike betroffenen Bundesländern und die erheblichen Käferholzmengen aus dem benachbarten Ausland (vor allem aus der Tschechischen Republik) führten darüber hinaus zu einer Überversorgung
der bayerischen Sägewerke. Die Preise für frisches Fichtenholz haben in den letzten Monaten deshalb erneut nachgegeben und im Gegensatz dazu wurden die Abschläge für Käferholz erhöht und lagen zwischen 15 und 25 Euro pro Festmeter und vereinzelt auch bis 30 Euro. Durch die erhöhten Holzmengen erfolgte auch die Abfuhr der eingeschlagenen Hölzer nur schleppend und dauerte in manchen Regionen sogar bis zu zwölf Wochen nach Bereitstellung. Diese langen Wartezeiten führten teilweise zu erheblichen Qualitätseinbußen und verschärften zusätzlich die Waldschutzsituation.


Ich frage die Staatsregierung:
a) Welche Maßnahmen können die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) ergreifen, um die privaten Waldbesitzer bei den fallenden Frischholzpreisen zu unterstützen?
b) Welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen?
c) Welche Maßnahmen werden noch ergriffen?

a) Reicht nach Ansicht der Staatsregierung der bereits reduzierte Frischholzeinschlag seitens der Bayerischen Staatsforsten aus, um für eine Entspannung am Holzmarkt zu sorgen?
b) Ist die Staatsregierung der Ansicht, die Bayerischen Staatsforsten sollten bei Bedarf den Frischholzeinschlag noch weiter reduzieren, um für eine Entspannung am Holzmarkt zu sorgen?
c) Wie verteilen sich die in Bayern jährlich eingeschlagenen Holzmengen nach den jeweiligen Besitzarten (bitte nach Frischholz, Käferholz, Sturmholz trennen)?

a) Hat die Staatsregierung Kenntnis, wie hoch die Menge an Borkenkäfer- und Sturmholz im Jahr 2018 war, die in den privaten Wäldern nicht aufgearbeitet wurde?
b) Hat die Staatsregierung Kentnis, wie hoch die Menge an Borkenkäfer- und Sturmholz in den privaten Wäldern war, die wegen fehlender Unternehmerkapazitäten nicht aufgearbeitet werden konnte?
c) Hat die Staatsregierung Kenntnis, wie viel aufgearbeitetes Holz in den Privatwäldern wegen fehlender Fuhrunternehmer nicht abgefahren werden konnte?

a) Hat die Staatsregierung darüber Kenntnis, wie hoch der Druck auf die Forst- und Fuhrunternehmer ist, vorrangig die Bayerischen Staatsforsten gegenüber Privatwaldbesitzern zu bedienen?
b) Hat die Staatsregierung darüber Kenntnis, ob private Waldbesitzer von den Forst- und Fuhrunternehmern nicht bedient werden können, da diese zeitgleich bei den Bayerischen Staatsforsten tätig sind?
c) Sind die Bayerischen Staatsforsten bei flächigen Käfer- oder Sturmholzkalamitäten als öffentlich-rechtliche Anstalt dazu angehalten, betriebswirtschaftliches Interesse gegenüber volkswirtschaftlichem Interesse in den Hintergrund zu schieben, um die privaten Waldbesitzer zu entlasten?

a) Wie hat sich der Preis für Frischholz im letzten Jahr entwickelt?
b) Rechnet die Staatsregierung mit einem weiter sinkenden Preis für Frischholz?
c) Wie haben sich die nach Bayern eingeführten Frischholzmengen im letzten Jahr entwickelt?

Von welchen Ländern wurde Holz eingeführt (bitte jeweils die Menge mit angeben)?

a) Ist die Höhe der Zulagen der Vorstandschaft der BaySF von der Höhe der eingeschlagenen Holzmenge abhängig?
b) Wurde der Aufsichtsrat der BaySF von den möglichen Konsequenzen der aktuellen Holzpreisentwicklung informiert?
c) Gibt es diesbezüglich Notfallrücklagen o. Ä. bei den Bayerischen Staatsforsten?

a) Reichen die in diesem Jahr nicht an das Staatsministerium der Finanzen und für Heimat abgeführten 20 Mio. Euro Überschuss als Rücklage aus?
b) Soll im Falle eines weiterhin stagnierenden Fichtenpreises der Laubholzeinschlag forciert werden?
c) Wie prüft die Staatsregierung die Nachhaltigkeit der Holzvorräte zeitnah?